Reportage
Volker Beck durfte heute endlich heiraten
Der Grünen-Politiker Volker Beck ist einer der ersten Schwulen, die das neue Recht der „Ehe für alle“ in Anspruch genommen haben. Er heiratete im Standesamt Kreuzberg den Architekten Adrian Petkov.

Bundesweit öffnete am Sonntag eine Reihe von Standesämtern für gleichgeschlechtliche Trauungen. Allein in Berlin planten dies neun homosexuelle Paare, darunter der Grünen-Politiker Volker Beck, der im Standesamt Kreuzberg den Architekten Adrian Petkov heiratete.
Am Juni hatte der Bundestag die Zulässigkeit der sogenannten „Ehe für alle“ ab dem heutigen 1. Oktober beschlossen. Demnach können nun auch schwule und lesbische Paare genau wie heterosexuelle Paare mit allen Rechten und Pflichten heiraten.
Mit der „Ehe für alle“ hat Deutschland als eines der letzten westeuropäischen Länder die volle rechtliche Gleichstellung Homosexueller und Heterosexueller im Eherecht beschlossen. Zu den neuen Rechten der Homosexuellen gehört zum Beispiel das Adoptionsrecht.
„Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen“, heißt es nun im Bürgerlichen Gesetzbuch. Laut Mikrozensus lebten 2015 rund 43.000 schwule und lesbische Paare in eingetragenen Lebenspartnerschaften zusammen.
Volker Beck nach Trauung bewegt
Beck nannte seine Trauung persönlich und politisch bewegend. „Es wird Wirklichkeit, wofür wir 28 Jahre lang gekämpft haben“, zitiert ihn die B.Z. Und weiter: „Mit den Bildern des heutigen Tages traut sich hoffentlich keiner mehr, dagegen etwas zu haben.“
Die bundesweit erste Homo-Ehe wurde heute jedoch im Rathaus Schöneberg Ehe geschlossen. Im Beisein von rund 100 Freunden und Angehörigen gaben sich die Männer Karl Kreile(59) und Bodo Mende (60) das Jawort.
Die beiden waren bereits seit dem Jahr 2002 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft verbunden. Diese ließen sie nun zu einer Ehe umwandeln. Nach der Trauung trugen sie sich ins Goldene Buch des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg ein.


