Reportage
Norbert Blüm fordert Familiennachzug für alle
Der frühere CDU-Rentenexperte Norbert Blüm hat seine eigene Partei davor gewarnt, sich dem Familiennachzug für alle Flüchtlinge in den Weg zu stellen. Dies würde eine Wunde in die Seele der Partei reißen.

Der frühere CDU-Politiker Norbert Blüm hat seine Partei eindringlich dazu aufgerufen, den Grünen in den Verhandlungen über eine mögliche Jamaika-Koalition nachzugeben und den Familiennachzug auch Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz zu gewähren.
„Es widerspricht den Grundüberzeugungen der christlichen Soziallehre, den Familiennachzug für wie viele Flüchtlinge auch immer zu verbieten“, schreibt der frühere Arbeits- und Sozialminister in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.
Ehe und Familie seien auf Dauer angelegt, so Norbert Blüm weiter. Ehemann und Ehefrau gehörten zusammen und Kinder gehörten zu ihren Eltern. Das gelte immer und überall, unabhängig von Staatsangehörigkeit, Religion und Zahl der Betroffenen.
Norbert Blüm warnt seine Partei
Den Familiennachzug zu verbieten, komme einer staatlich erzwungenen Scheidung gleich, schreibt Blüm weiter. Seiner Partei, die sich bisher gegen den Familiennachzug für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz aussprach, spricht er eine deutliche Warnung aus:
Wenn der Familiennachzug für Flüchtlinge, egal wie klein oder groß deren Zahl ist, an der CDU scheitert, wird das eine Wunde in die Seele der Partei reißen, die lange eitert. Das Gesicht der CDU würde verschandelt.
Ist die CDU von allen guten Geistern verlassen? Zieht die Notbremse, liebe Verhandlungsführer, und verhindert den Verrat an unseren besten Ideen. Soll jetzt die christliche Soziallehre ausverkauft und auch noch die letzte Erinnerung an sie ausgekehrt werden? Das wäre meiner Christlich Demokratischen Union nicht würdig.
Wenn der Familiennachzug ausgerechnet an der CDU scheitert, wünsche ich jedem Redner der Partei, dass ihm fortan das Wort im Hals stecken bleibt, wenn er die hehren Werte der Familie beschwört.


