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Reportage

Unternehmer will Partei für Deutsch-Türken gründen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Remzi Aru Partei
Remzi Aru will eine Partei gründen. (Screenshot: YouTube/RT Deutsch)

Der deutsch-türkische Unternehmer Remzi Aru will eine Partei für Türken in Deutschland gründen. Grund sind die zunehmenden „Herabsetzungen, denen vor allem Türken und türkische Einwanderer in Deutschland ausgesetzt sind“.

Remzi Aru Partei
Remzi Aru will eine Partei gründen. (Screenshot: YouTube/RT Deutsch)

In der vergangenen Woche hatte der Deutsche Bundestag fast einstimmig eine Resolution verabschiedet, worin er das Massaker an den Armeniern durch das osmanische Reich im Jahr 1915 als Völkermord verurteilte. Als Reaktion will der Unternehmer Remzi Aru eine Partei für Türken in Deutschland gründen. „Wehret den Anfängen!“, schreibt er.

Deutsche Parteien für Türken nicht mehr wählbar

Mit der Armenien-Resolution sei „das Fass übergelaufen“, sagt Remzi Aru. Die Resolution des Deutschen Bundestages vom 2. Juni über die Ereignisse des Jahres 1915 offenbare eine „völlige Ahnungslosigkeit“ der Abgeordneten und sei „einzig aus provokatorischen Gründen durchgedrückt“ worden.

Auch gestern stand der Deutsche Bundestag wieder vereint gegen den türkischen Präsidenten Erdogan:

Nach der Armenien-Resolution des Deutschen Bundestags in der vergangenen Woche sagte Remzi Aru weiter:

„Ab heute ist keine deutsche Partei mehr für einen Menschen mit türkischen Wurzeln wählbar. Wir werden regelrecht gezwungen, eine eigene Partei zu gründen. Nicht nur für Türken, nicht nur für Muslime, aber für ALLE Menschen in Deutschland, in denen DIESES Deutschland schlimmste Erinnerungen weckt.“

Doch bei der Armenien-Resolution handelt es sich nach Ansicht des deutsch-türkischen Unternehmers nur um „die Spitze des Eisberges an Herabsetzungen, denen vor allem Türken und türkische Einwanderer in Deutschland seit Jahr und Tag ausgesetzt sind“. Türken würden systematisch als Sündenböcke aufgebaut und entmenschlicht.

In einer ersten Fassung des Parteiprogramms steht:

„Wir stehen für ein selbstbewusstes, traditionsbewusstes, aber auch weltoffenes, multireligiöses und multinationales Deutschland, das einen gesunden Patriotismus und Nationalstolz pflegt, statt von einem Extrem ins andere zu fallen.“

„Wir stehen für ein Deutschland, das eine konstruktive und ausgleichende Rolle in der Welt spielt, statt anderen Ländern gegenüber den Schulmeister herauszukehren. Wir stehen für ein Deutschland, das dem Frieden und dem Ausgleich in der Welt dient, und für ein Europa, das sich auf seine elementarsten Kernaufgaben beschränkt. Wir stehen gegen ein expansives Großeuropa und gegen eine aggressive Nachbarschaftspolitik.“

„Wir stehen für ein Deutschland, in dem die Zugehörigkeit und das Bekenntnis zur Nation keine Hautfarbe und keine Religion ausschließt. Wir stehen für eine wohlwollende Neutralität des Staates gegenüber der Religion, diskriminierende Bestimmungen wie Kopftuchverbote müssen fallen.“

Remzi Aru kritisiert Sevim Dagdelen von der Linkspartei

„Gleichzeitig werden stalinistische Massenmörder und Verbrecher von Abgeordneten, Journalisten und anderen Meinungsführern verteidigt und verherrlicht“, sagt Remzi Aru. Terrorismus gegen Türken werde als eine Art Folklore verharmlost.

Diese Kritik richtet sich unter anderem gegen die Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen (Linke), die Remzi Aru wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes angezeigt hat und die er wegen ihrer angeblichen Nähe zur PKK und wegen ihrer Figur „Terrormoppel“ nennt.

Remzi Aru pkk Jan van Aken
Der Linken-Abgeordnete Jan van Aken mit einer PKK-Flagge lobte im März im Deutschen Bundestag den Kampf der PKK gegen Islamisten. (Screenshot)

Deutschland braucht eine neue Kraft

Deutschland brauche „eine neue Kraft, die nicht Anhängsel der einen oder anderen etablierten Partei sein will, sondern die gegen den verfehlten Kurs aller Parteien gerichtet ist, die den herrschenden deutschen Konsens verkörpern“.

Die neu zugründende Partei richtet sich laut Remzi Aru „gegen Extremismus von links und rechts, gegen den Opportunismus der Mitte, gegen Rassismus und Fremdenhass“.

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