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Reportage

US-Demokrat Bob Graham: Saudische Diplomaten sollen 9/11 finanziert haben

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Die sogannten 28 geheimen Seiten würden beweisen, dass saudische Diplomaten die Al-Quaida-Anschläge auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 finanziert haben sollen (Foto: Youtube/60 Minutes)
Die sogannten 28 geheimen Seiten würden beweisen, dass saudische Diplomaten die Al-Quaida-Anschläge auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 finanziert haben sollen (Foto: Youtube/60 Minutes)
Laut US-Demokrat Bob Graham (79) sollen die 28 geheimen Seiten des Untersuchungsausschusses der Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 beweisen, dass die Anschläge von saudischen Diplomaten finanziert worden waren (Foto: Youtube/60 Minutes)
Laut US-Demokrat Bob Graham (79) sollen die 28 geheimen Seiten des Untersuchungsausschusses der Anschläge auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 beweisen, dass die Anschläge von saudischen Diplomaten finanziert worden waren (Foto: Youtube/60 Minutes)

Der US-Präsidentschaftskandidat und Milliardär Donald Trump hatte auf einem Wahlevent am 8. Januar 2016 in South Carolina versprochen, wenn er Präsident ist, werde er den 28seitigen Geheimbericht zum Terroranschlag auf das Word Trade Center am 11. September 2001 in New York veröffentlichen: „Ihr werdet sehen, wer wirklich das World Trade Center zerlegt hat. Ihr könntet feststellen, dass es die Saudis waren“, sagte Trump vorsichtig.

Doch der amtierende US-Präsident Barack Obama kommt Trump möglicherweise zuvor. Noch in diesem Monat will Obama entscheiden, ob es möglicherweise zu einer vollständigen oder teilweisen Veröffentlichung der 28 Seiten kommt.

Das geschieht offenbar nicht ganz freiwillig.

Denn Bob Graham, der ehemalige Vorsitzende der Untersuchungs-Kommission von Senat und Repräsentantenhaus zu den Terroranschlägen von 9/11 und ehemalige Leiter des Geheimdienstausschusses, forderte öffentlich in mehreren Fernseh-Interviews, unter anderm mit dem ARD-Magazin MONITOR, die Veröffentlichung dieser 28 Seiten.

Graham, Mitglied der US-Demokraten, kennt den Inhalt der Seiten, darf aber keine konkreten Aussagen über Details machen. Dennoch spricht er im MONITOR-Interview erstaunlich offen von einer „systematischen“ Hilfe für die Attentäter aus Saudi-Arabien und untermauert die Vermutung von Donald Trump: „Diese 28 Seiten werden zusätzliche Beweise dafür liefern, dass es eine systematische Unterstützung gab. Und dass dieses System seinen Ursprung vor allem in Saudi-Arabien hat.“ Für Graham steht fest: „Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden.“

Hinweise auf eine saudische Beteiligung gab es schon früh: 15 der 19 Attentäter waren laut Untersuchungsbericht saudische Staatsbürger. Dazu gibt es Vermerke über organisatorische Unterstützungen von einigen Todespiloten durch saudische Helfer.

Trotzdem stellte ein weiterer Untersuchungsausschuss, die sogenannte „9/11 Kommission“ von Senat und Repräsentantenhaus in ihrem Abschlussbericht fest, dass man keinerlei Beweise dafür gefunden habe, dass „die saudische Regierung als Institution oder einzelne, hochrangige saudische Beamte die Organisation (das heißt: Al-Qaida) finanziert“ hätte.

Dem widerspricht Bob Graham nun.

Ihm zufolge geht es nicht nur um Einzelpersonen, sondern auch um die saudische Regierung, das saudische Ministerium für Islamfragen und saudische Wohltätigkeitsorganisationen. Darüber hinaus gehe es auch um „Diplomaten, sowohl im Konsulat in Los Angeles, als auch an der Botschaft in Washington und weitere saudische Staatsbürger, die auf die eine oder andere Weise an der Finanzierung der 9/11-Attentäter beteiligt waren.“

Eine Beteiligung der saudischen Regierung hätte möglicherweise Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe zur Folge. Denn der US-Senat hat vor kurzem auf Druck der Angehörigen von 9/11-Opfern ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem ausländische Staaten wegen Unterstützung von Terroranschlägen auf US-amerikanischem Boden verklagt werden könnten.

 

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Thomas Breithaupt

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