Reportage
Polizei lässt festgenommenen Pakistaner wieder frei
Die Polizei hat den am Montagabend festgenommenen Pakistaner wieder freigelassen. Er ist offenbar nicht der Attentäter, der auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit einem Lkw mindestens zwölf Menschen tötete.
Einfach nur traurig pic.twitter.com/GfgTdckcKS
— Gilly ツ (@GillyBerlin) December 20, 2016
Der festgenommene 23-jährige Flüchtling aus Pakistan war zwar wegen anderer Taten polizeibekannt. Doch er ist offenbar nicht der Attentäter, der am Montagabend auf dem Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit einem Lkw mindestens zwölf Menschen getötet und rund 50 verletzt hat.
Der Pakistaner war kurz nach dem Anschlag festgenommen worden. Ein Zeuge hatte ihn nach eigenen Angaben vom Tatort aus verfolgt. Gleichzeitig rief er die Polizei an, die ihn festnehmen konnte. Doch der Festgenommene hat die Tag von Anfang an bestritten. Auch konnte die Polizei kein Blut des toten Beifahrers an seiner Kleidung finden.
„Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ergaben keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten“, zitiert die Welt den Generalbundesanwalt Peter Frank in Karlsruhe. „Die durchgeführten kriminaltechnischen Untersuchungen konnten eine Anwesenheit des Beschuldigten während des Tatgeschehens im Führerhaus des Lkw bislang nicht belegen.“
Der Mann habe in einer polizeilichen Vernehmung „umfangreiche Angaben“ gemacht, jedoch eine Tatbeteiligung bestritten. Es habe nach dem Terroranschlag keine „lückenlose Verfolgung“ des Lkw-Fahrers durch Augenzeugen gegeben habe, sagte der Generalbundesanwalt.
Unterdessen hat der Islamischer Staat (IS) den Angriff auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldet im Internet, dass ein IS-Kämpfer für den Angriff verantwortlich gewesen sei.
Laut Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) sind unter den bisher zwölf Toten keine Kinder, aber womöglich Jugendliche. Noch 14 Menschen seien in Lebensgefahr. Es gebe Fahndungsansätze, sagte der Minister dem ZDF. Deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben wird.
#Infotweet: Der #Breitscheidplatz bleibt auch morgen für die Tatortarbeit unseres #LKA weiträumig abgesperrt. Wir bitten um Verständnis.
— PolizeiBerlinEinsatz (@PolizeiBerlin_E) December 20, 2016


