Reportage
Polizei Berlin: „Wir haben den falschen Mann“
Der festgenommene Pakistaner ist offenbar doch nicht der Fahrer des Terror-Lkw. Zu diesem Ergebnis kommt die Polizei Berlin nach Überprüfung von dessen Aussagen. Der wirkliche Fahrer sei bewaffnet und auf freiem Fuß.
Die Polizei Berlin geht davon aus, dass es sich bei dem am Montagabend festgenommenen Flüchtling aus Pakistan nicht um den Attentäter handelt, der am Weihnachtsmarkt mit einem Lkw in die Menschenmenge fuhr und mindestens zwölf Menschen tötete und circa 50 verletzte. Das berichten Medien mit Verweis auf ranghohe Sicherheitskreisen.
Demnach sind Angaben des mutmaßlichen Täters überprüft und als stimmend erachtet worden. „Wir haben den falschen Mann“, zitiert die Welt einen ranghohen Polizeiführer. Daraus ergebe sich eine neue Lage. „Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten.“
Gehen Sie verdächtigen Beobachtungen zu Ihrer eigenen Sicherheit bitte nicht selbst nach – dafür sind wir da.
— PolizeiBerlinEinsatz (@PolizeiBerlin_E) December 20, 2016
An der Kleidung des festgenommenen Pakistaners fanden sich keine Blutanhaftungen des Opfers. Laut einem Ermittler wären diese aber logisch, wenn der festgenommene 23-Jährige den polnischen Lkw-Fahrer erschossen hätte.
Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass es sich bei dem Festgenommen um den Lkw-Attentäter von Berlin handelt. Er ist ein Pakistaner, unter den Namen David und Navid B. bekannt, der im Februar 2016 als Flüchtling nach Deutschland kam und seit Juni eine Aufenthaltsgenehmigung hat.
Wie berichtet, war er der Polizei schon im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem sexuellen Übergriff im Sommer bekannt. Der festgenommene Mann wohnte im Flüchtlingsheim auf dem früheren Flughafen Tempelhof. Dort hatte die Polizei am frühen Dienstagmorgen eine Razzia durchgeführt und mehrere Männer befragt.
Der Islamische Staat (IS) hatte im Internet Anleitungen für Angriffe mit Lkw auf Zivilisten gegeben. Im November veröffentlichten die Dschihadisten in ihrem Magazin „Rumiyah“ einen dreiseitigen Artikel mit genauen Anweisungen. Dabei lobten sie den Angriff mit einem Lkw in Nizza als Vorbild.
Ein Fahrzeug sei für einen Angriff gut geeignet. Denn es sei einfach zu beschaffen und nicht verdächtig. „Es ist eine der sichersten und einfachsten Waffen, die man gegen die Kuffar (Ungläubigen) einsetzen kann“, heißt es in dem Artikel. Wichtig sei es, große und schwere Fahrzeuge auszuwählen und damit möglichst schnell in die Menschenmenge zu fahren.


