Reportage
Fremdenfeindliche Sprüche in Polizeischule entdeckt
Auf einer Toilette der Polizeischule Ruhleben sind fremdenfeindliche Sprüche wie „Fuck Islam!“ entdeckt worden. Das LKA hat wegen der Toilettensprüche ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Berliner Polizei versteht sich als „weltoffen“.

Auf einer Männertoilette der Berliner Polizeischule an der Charlottenburger Chaussee in Ruhleben sind mehrere fremdenfeindliche Sprüche entdeckt worden. Unbekannte hatten dort unter anderem auf die Wände geschrieben:
FUCK ISLAM!
REFUGEES NOT WELCOME!
DEUTSCHE, STOPPT DIE
ISLAMISIERUNG!
Die betroffene Toilette gehört zur Kantine der Polizeiakademie, die am Wochenende geschlossen ist. Zwar ist die Kantine nicht öffentlich zugänglich. Allerdings haben dort außer Polizisten, Polizeischülern und Polizeianwärter auch Arbeiter Zugang, wie zum Beispiel Gärtner.
„Wir sehen uns als weltoffene Polizei und verurteilen derartige Verunglimpfungen“, zitiert die WELT einen Sprecher. Zu einem konkreten Tatverdacht konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Die Behörde hat am Sonntag durch die B.Z. von den Toilettensprüchen erfahren, wie der Polizeisprecher mitteilte. Die Zeitung hatte bereits am Freitag mit einem Polizisten gesprochen, der die Sprüche entdeckt hatte. Dieser nannte den Vorfall als „skandalös“.
Ein Team der Kriminalpolizei hatte daraufhin Spuren gesichert und die Sprüche unkenntlich gemacht. „Wir verstehen uns als weltoffene Polizei, derartige Verunglimpfungen tolerieren wir nicht“, zitiert die B.Z. einen Polizei-Sprecher.
Das Landeskriminalamt (LKA) hat ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beschimpfung von Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen (Paragraf 166 StGB) sowie wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt eingeleitet.


