Reportage
AfD-Führung sieht Björn Höcke zu nahe bei Hitler
In ihrem Antrag auf Parteiausschluss schreibt die AfD-Führung, dass Björn Höcke eine „übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“ pflege. Seine Formulierungen würden sich in Wahlkampfreden von Adolf Hitler wiederfinden.

Der Zentralrat der Juden hat dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke (45) Antisemitismus bescheinigt. Sigmar Gabriel nennt ihn einen „rechtsradikalen Hetzer“ und Thomas Oppermann nennt ihn einen „Nazi“. Beide fordern daher eine Beobachtung Höckes durch den Verfassungsschutz.
Doch nun hat die eigene Parteiführung ein noch härteres Urteil über den AfD-Mann gefällt. Der BamS liegt der Antrag auf einen Parteiausschluss gegen Björn Höcke vor, den AfD-Chefin Frauke Petry (41) unterschrieben hat. Darin unterstellt die AfD-Spitze Björn Höcke an vielen Stellen eine Nähe zu Adolf Hitler.
In dem 60-seitigen Dokument werden Reden, Auftritte und schriftliche Mitteilungen des Thüringer AfD-Chefs analysiert. Die Autoren warnen, dass Björn Höcke eine „übergroße Nähe zum Nationalsozialismus“ pflege. Zu seiner Dresdner Rede schreiben sie: „Wer sich die Rede anhört, fühlt sich in die Zeit des Dritten Reichs versetzt.“
Formulierungen von Björn Höcke würden sich „in Wahlkampfreden von Adolf Hitler im Jahr 1932“ wiederfinden. Darüber hinaus gebrauche er immer wieder Wortschöpfungen, die „für die NSDAP prägend“ gewesen seien. All das sei kein Zufall. Zum Vergleich haben die Autoren des Dokuments mehrere Reden von Adolf Hitler angehängt.
Die Autoren halten ein Verbotsverfahren gegen die AfD für möglich, wenn Höcke in der Partei bleibt. Neben Frauke Petrys Signatur enthält das Dokument auch die Unterschriften von Julian Flak und Klaus Fohrmann, die beide im Bundesvorstand der Partei sitzen.
Der AfD-Bundesvorstand hatte das Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke Mitte Februar beschlossen. Über den Antrag auf Parteiausschluss muss nun zunächst das Landesschiedsgericht der AfD Thüringen befinden, wo jedoch etliche Mitstreiter Höckes vertreten sind.
Urteilen Sie selbst über die Anschuldigungen der AfD-Führung. Hier eine Rede von Höcke aus dem letzten Dezember und eine Rede von Adolf Hitler aus dem Jahr 1932.


