Zentralrat der Juden bezichtigt Björn Höcke des Antisemitismus

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Weil der AfD-Politiker Björn Höcke das Berliner Holocaust-Denkmal kritisierte, werfen ihm die Medien, der Zentralrat der Juden und Politiker anderer Parteien Antisemitismus vor. Sogar in der eigenen Partei hagelt es Kritik.

Björn Höcke Antisemitismus
Björn Höcke am Dienstagabend in Dresden (Screenshot: YouTube)

Der AfD-Fraktionschef und Landesvorsitzender seiner Partei in Thüringen Björn Höcke sprach am Dienstagabend in Dresden mehr als 40 Minuten lang vor rund 200 AfD-Anhängern. Eingeladen hatte ihn die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA).

Björn Höcke wurde von Anfang an immer wieder durch Beifall unterbrochen. Unter anderem, als er die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten während des Zweiten Weltkrieg als Kriegsverbrechen bezeichnete, vergleichbar mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki.

Der AfD-Politiker attestierte den Deutschen immer noch den „Gemütszustand eines total besiegten Volkes“. Das deutsche Volk sei das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“.

Hier die umstrittenen Passagen:

Der Chef des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster bezeichnete die Worte von Björn Höcke als „zutiefst empörend und völlig inakzeptabel“. Dass 70 Jahre nach der Schoah solche Aussagen eines Politikers in Deutschland möglich seien, hätte er nicht zu glauben gewagt.

Die AfD zeigt mit diesen antisemitischen und in höchstem Maße menschenfeindlichen Worten ihr wahres Gesicht.

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm stellte am Mittwoch Strafanzeige gegen Björn Höcke. Auch Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek schloss eine Strafanzeige gegen den AfD-Politiker nicht aus. Denn der AfD-Politiker habe sich „im Stil des Nationalsozialismus“ verfassungsfeindlich geäußert, zitiert ihn die Welt.

Als Reaktion auf Medienberichte über seinen angeblichen Antisemitismus schrieb Björn Höcke am Mittwoch in einer persönlichen Erklärung, er sei „erstaunt über die Berichterstattung“. Denn tatsächlich habe er „den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet“.

Nach Ansicht des AfD-Politikers ist es etwas Einzigartiges, „dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande, mitten in Berlin ein Denkmal gesetzt haben“.

Auch in der AfD Kritik an Björn Höcke

Auch in seiner eigenen Partei löste Björn Höcke scharfe Kritik aus. So schrieb der mit AfD-Chefin Frauke Petry verheiratete nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell auf Facebook:

Zum wiederholten Male drückt sich Björn Höcke sehr missverständlich aus, um es vorsichtig zu formulieren. Zum wiederholten Male rührt er dabei mit größter Ignoranz an einer 12-jährigen Geschichtsepoche, deren Revision wahrlich nicht Aufgabe der AfD ist. Zum wiederholten Male treibt er kluge und kritische bürgerliche Wähler zurück in das Lager der Nichtwähler. Unsere Aufgabe sind realistische Veränderungen in unserem Land. Eben jene Veränderungen werden unmöglich gemacht, solange einzelne von uns mit diesen 12 Jahren ständig Walzer tanzen.

Am kommenden Samstag haben wir in Deutschland hohen Besuch aus dem Ausland. Frauke Petry wird mit Marine Le Pen, Geert Wilders, Matteo Salvini, Harald Vilimsky und vielen anderen über konkrete Veränderungen in Europa reden. Über 250 Journalisten sind akkreditiert, die Welt schaut auf uns, die Welt schaut auch auf die AfD. Eins können wir von unseren europäischen Partnern lernen. Alle hatten Vertreter in Ihren Reihen, die daran glaubten, dass Debatten über die Vergangenheit helfen, die Zukunft zu gestalten. Alle haben diesen Irrweg nicht eingeschlagen und schmerzhafte Trennungen vollzogen, die den Weg zur Volkspartei erst geebnet haben.

Die AfD sollte diesen Weg der Vernunft und des Realismus, den Parteien wie die FPÖ, der FN und die PVV gegangen sind, ebenfalls gehen und Deutschland verändern. Wir haben noch viel zu lernen und eine Menge Arbeit vor uns. Packen wir es an.

Und AfD-Chefin Frauke Petry selbst sagte gegenüber der Jungen Freiheit: „Es bestätigt sich, was ich schon vor einem Jahr sagte. Björn Höcke ist mit seinen Alleingängen und ständigen Querschüssen zu einer Belastung für die Partei geworden.“

Die EU-Abgeordnete und AfD-Vizechefin Beatrix von Storch aus Berlin sagte:

Wer in dieser schweren Krise unseres Landes mit Äußerungen, die nicht dem Wohl des Landes dienen, von dem Versagen der Merkel-Regierung und den Schicksalsfragen unserer Nation, Masseneinwanderung, Islamisierung und der Eurokrise ablenkt, fügt der Partei schweren Schaden zu.

Björn Höcke schade insbesondere auch jenen Parteimitgliedern, die an Wahlkampfständen für die Ziele der AfD geradestehen und die Partei als eine konservative und freiheitliche Kraft vorstellen wollen, so Beatrix von Storch.

Brandenburgs AfD-Vorsitzender und Bundesvize Alexander Gauland hingegen sagte: „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.“ Wer die gesamte Rede von Björn Höcke gehört habe, könne darin nichts Rechtsextremes oder Antisemitisches entdecken.

Hier die gesamte Rede:

Medienberichte hätten Höckes Aussagen bewusst ins Gegenteil verkehrt. „Mir ist unverständlich, wieso einige Parteifreunde dies auch noch unterstützen.“ Björn Höcke habe lediglich darauf hingewiesen, „dass unsere historischen Leistungen aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus von den zwölf furchtbaren Jahren weitgehend in den Schatten gestellt wurden“.

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44 KOMMENTARE

    • Aldo Braschlonski du scheinst nur blöd zu sein. Die Israelis behandel die Plästinenser teilweise schlimmer als die Nazis die Juden ! Ursprünglich hatte der Völkerbund -vorgänger der uno.- die Anlandung der Schiffe auf britisches >Hoheitsgebiet untersagt. Hauptsächlich wurde die Anlandung nur von den USA und der Judenlobby dort. unterstützt. Selbstverstränlich mindert das nicht das Unrecht was den Juden zugestoßen, inden sie zu Millionen umgekommen sind . Trotzdem muss die Schuld der Deutschen irgendwann akzeptiert unde abgetragen sein. Genug haben und zahlen die Deutschen als Wiedergutmachung. Zahlen die USA für das Unrecht was sie der Welt angetan haben ? Die USA haben ebenso Millionen Menschen für ihren Wohlstand ermordet und tun das immer noch !

      • Die Schuld des Holocaust wird immer an den Deutschen haften, sie ist nicht zu sühnen, sie kann auch nicht mit Hinweisen auf die Verbrechen anderer Nationen relativiert werden, diese Schuld ist im genetischen Code unseres Wesens unwiderruflich auf ewig verankert. Das ist auch gut so, denn eine derartige unfassbare Scheußlichkeit muss auch weiterhin stets den kommenden Generationen zur Mahnung vergegenwärtigt werden. Andererseits darf nicht sein, im Schatten dieser Vergangenheit, den Deutschen ihr Recht auf ihre Befindlichkeit zu versagen. Ungeachtet aller vergangenen Geschehnisse haben wir zu bestimmen, was uns genehm und was uns nicht genehm ist. Und jede Kritik wie auch jede jenseits des geduldeten Gesinnungsspektrums geäußerte Missbilligung sogleich in die ultrabraune Unsäglichkeitsecke zu verfemen, hat nichts mehr mit Meinungsfreiheit zu tun. Die derzeitige Politik ist gegen die eigene Bevölkerung gerichtet, weil jene, die sie bestimmen, einen Wahrnehmungs-Spam-Filter im Hirn haben. Wir haben nicht nur das Recht, uns dagegen zu wehren, nein, wir haben die Pflicht dagegen aufzustehen. Es ist genug!

  1. Da muss ich Ihnen widersprechen Herr Schuster. Ich habe es auch langsam satt, ewig in Sippenhaft genommen zu werden. Ich brauche auch kein Denkmal. Jeder vernünftige Mensch ist sich im Klaren, dass das was den Juden im Dritten Reich passiert ist Unrecht war. Es ist aber nicht gerecht, dass wir in Dritter Generation immer noch dafür zahlen und Schuldgefühle haben müssen.

    • Wofür zahlen wir? Wie dumm kann man sein und verdrängen wollen? Sicher ist es einfach auf dem Hartz IV-Handtuch aber es tut nicht weh einfach darüber nachzudenken, welche Opfer zwischen 1938 und 1945 entweder durch „Rassenidiotiie“ vulgo heute das gleiche Spiel mit „Glauben“ und „einfachen“ Kriegsgelüsten so zu beklagen sind? Manchmal fasst man sich nur noch noch an den Kopf! Wird Geschichte heute nicht mehr gelehrt??

    • Dietmar Gnauck ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihren merkwürdigen Kommentar verstanden habe…. Hier geht es nicht um Verdrängung. Aber in der dritten Generation brauchen wir tatsächlich keine „Huldigung“ mehr, für die Ereignisse von 1933 bis 1945. Jedes Jahr werden Gedenkfeiern abgehalten, Reden geschwungen und sonstige Prozeduren vollzogen. Hat das alles auch noch einen runden „Geburtstag“, dann gibt es in der Politik und Teile der Medien kein Halten mehr. Da könnte man meinen, ich mit meinen paar Lenzen auf dem Buckel, hätte persönlich an den Verbrechen teilgenommen. Für die jüngere Generation ist es vollkommen ausreichend, wenn dieses Thema und der Schule behandelt wird. Ich bin weit nach 1945 geboren und habe damit nichts zu tun.

    • Dietmar Gnauck, offensichtlich verdrängen auch Sie, dass unsere derzeitigen Führer einen Krieg anzetteln, womit die AfD nicht im Geringsten etwas zu tun haben.
      Verdrängen Sie ruhig und warten auf das, was da kommt.
      Würde es nicht anders Denkende geben, so würde es das Jetzt nicht mehr geben.
      Und echt. Mal daran erinnert werden. In Ordnung. Jedoch jeden Tag, das ist verrückt.
      Sie stehen offenbar auch für Aufrüstung und Krieg. Anders kann ich mir Ihre „Entrüstung“ nicht vorstellen.

    • Es wird nicht nur Geld für Denkmäler ausgegeben, es werden auch immer noch eine Art Reparationskosten gezahlt. Macht Euch mal schlau, fragt doch mal nach. Und Herr Gnauck, keine Angst, ich war nie ein Hartz IV Fall und werde auch keiner werden.
      Schule Top, Ausbildung Topf, Beschäftigung top aber Geschichte auf jeden Fall besser als Sie.

  2. Die Juden sind wie die Türken! Alles auf sich beziehen, und fleissig auf die Kriegs und Tränendrüse drücken!!! Die sollen lieber ihre Atomwaffen abbauen und aufhören Völkermord an den Palüstinensern zu verüben!!! Genauso wie die Türken gegen die Kurden!!! Wie kann mann nur so sein??? Immer nur mit den Finger auf andere zeigen und fordern!!! Irrgendwann is auch mal gut nach 72 Jahren!!!

    • richtig „WAR“. Aber nach über 70 Jahren sollte es auch mal gut sein. Nicht für die Vergangenheit (Mahnmal , Denkmäler) sondern für die Zukunft (Kindergärten, Schulen) sollten wir das Geld ausgeben.

  3. Ich höre immer die Deutschen, nicht die Nazis.
    Nicht ganz Deutschland war für Hitler, keine Nazis. Kinder die 73 geboren sind wurden von ausländischen Mitschüler als Nazi beschimpft.
    Das sollte respektiert werden. Was geschehen ist, darf nicht vergessen werden und sich nicht wiederholen. Aber nicht so wie es gemacht wird.

  4. Er ist eine Schande im 2.Weltkrieg wurden Menschen auch anderer europäischen Nationalitäten ermordet daran muss jeder Politiker denken ich glaube daß er schon als Politiker erledigt ist

    • …und den gab es schon vor dem 2W . Die IG Farben war es doch,die Hitler auf Händen trug! Die Selben sind es immer noch! Kritisieren darf man Israel auf keinen Fall…
      Ich mag die AfD nicht wirklich ,aber in manchen Dingen haben sie Recht. Hier leben genug Menschen aus ganz Europa, die im 2W gelitten haben. Sie wurden aber in den letzten 70 Jahren gut behandelt. Deutschland sollte sich von der Nato verabschieden und die Waffenverkäufe reduzieren. Grenzen besser sichern und in hoher Zahl auf die Strasse ,wenn Unrecht zu Recht gemacht wird.

  5. Vielleicht würde Mr. Shuster gut daran denken, dass ein besiegter Mensch müde wird, wenn man die Handlungen einer kriminellen Organisation der Vergangenheit angesichts einer modernen demokratischen Nation, die weit entfernt ist von einer Welt der Bigotterie, geworfen wird, und ich meine ein ganzes Welt der Anti-Juden-Gefühle. Oder vielleicht möchte Herr Shuster leugnen, dass Juden überall unerwünscht sind. Die Welt entschuldigt sich und freut sich, indem sie alle Schuld auf Deutschland legt. Und vielleicht würde Mr. Shuster gut daran denken, dass die Probleme der arabischen Welt heute ein direktes Ergebnis der israelischen illegalen territorialen Expansion sind. Vielleicht ist auch der moslemische Hass auf Israel der Fehler Deutschlands.

  6. Wie bescheuert muss man sein solch ein Denkmal zu bauen, wie bescheuert muss man sein über solch ein Denkmal zu diskutieren, wie bescheuert wäre man solch ein Denkmal zu entfernen? Es lügt nicht! Es gehört jetzt zu uns, wurde ein Teil von uns. Unserer gemeinsamen Geschichte . Mehr nicht! Weniger auch nicht!

  7. Höcke wollte in seiner Rede zum Ausdruck bringen, dass für Linke die deutsche Geschichte 1933 beginnt. Diejenigen, die sich vor den „Rechten“ fürchten, verkennen, dass die wahre Gefahr der Religionsfaschismus ist. Michael Kiesen, Autor u.a. „Halbmond über Berlin“

  8. Strafanzeige wegen einer Bemerkung die R. Augstein vor längerer Zeit fast wörtlich genauso formulierte? Was bitteschön war daran antsemitisch? Wenn sich Leute darüber aufregen, müssen sie sich ihren Geisteszustand untersuchen lassen.

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