Reportage
Tausende besorgte Bürger demonstrieren gegen die AfD
In Berlin sind tausende besorgte Bürger zu einer Demonstration mit dem Motto „Gegen Hass und Rassismus im Bundestag“ zusammengekommen. Sie protestieren gegen den Einzug der AfD in den Bundestag.

Kurz vor der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestages am kommenden Dienstag sind rund 12.000 Menschen in Berlin zu einer Demonstration unter dem Motto „Gegen Hass und Rassismus im Bundestag“ zusammengekommen.
„Die Geschichte hat uns gelehrt, zu was Hass und Rassismus führen können. Ich fordere Abgeordnete jeder Richtung auf, es uns gleichzutun und gemeinsam für unsere demokratischen Grundwerte einzustehen“, zitiert die Berliner Morgenpost den Initiator Ali Can (23).
Auf das Motto der Demonstration reagierte die AfD-Sympathisantin Erika Steinbach auf Twitter: „Haben die etwa gegen sich selbst demonstriert? Hass verbreiten Linke und Antifa im Gleichschritt.“
Zu den Unterstützern der Demo zählten der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Linke und der Lesben- und Schwulenverband. Im Aufruf hieß es: „Am 24. Oktober werden Rechtsextreme und Rassisten auf den Stühlen des Bundestags Platz nehmen, als Mitglieder der neuen AfD-Fraktion.“
AfD-Politiker bezeichneten die Demonstration als einen „Anschlag auf die Demokratie“. Denn immerhin 5,9 Millionen Menschen hätten die AfD gewählt. Wer gegen den Einzug der Partei demonstriere, der demonstriere gegen die Demokratie.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, lobte die Demonstration, als „ein wertvolles Zeichen, dass sich die Leute nicht damit abfinden, dass jetzt eine Partei im Bundestag sitzt, die sich im Wahlkampf teilweise rassistisch und rechtsradikal geäußert hat“.
Nach Angaben der Berliner Polizei verlief die Demonstration ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. „Die meisten Teilnehmer kamen aus Berlin und Umgebung, es waren auch viele Familien dabei“, sagte Organisator Daniel Boese.


