Reportage
Senat meldet „Hassprediger“ in Neuköllner al-Nur-Moschee
Nach Angaben der Berliner Senatsinnenverwaltung sind in der Neuköllner al-Nur-Moschee in den letzten Jahren mindestens sieben sogenannte „Hassprediger“ aufgetreten. Sie würden Gewalt und Antisemitismus predigen.

In der „al-Nur-Moschee” in Berlin-Neukölln sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens sieben sogenannte „Hassprediger“ aufgetreten. Unter ihnen ist Imam Abu Bilal Ismail, der in Dänemark offen die Steinigung von Frauen forderte, die Unzucht begehen.
Sechs Imame hätten sich gewaltbefürwortend und zum Teil antisemitisch geäußert, heißt es in der Antwort der Berliner Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus. Zudem habe man bei einem Prediger antisemitische Aussagen festgestellt.
Die Senatsverwaltung schloss nicht aus, dass es zu Auftritten weiterer „Hassprediger“ in Berlin kam, die dem Senat nicht bekannt wurden zitiert die B.Z. aus dem am Donnerstag veröffentlichten Dokument.
In der Antwort auf eine weitere Anfrage sagte der Senat, dass der Salafismus weiterhin die am schnellsten wachsende islamistische Bestrebung in Deutschland ist. Die Rekrutierung neuer Anhänger durch salafistische Organisationen und Netzwerke zeige Wirkung.
In Berlin wachse die Zahl der Salafisten seit dem Jahr 2012 kontinuierlich. Im zweiten Quartal 2017 seien in der Hauptstadt 880 Salafisten bekannt gewesen, davon würden 410 Personen als gewaltorientiert gelten.
Auch die Zahl der Salafisten in Deutschland ist laut Bundesamt für Verfassungsschutz erneut gestiegen. Inzwischen rechnen die Sicherheitsbehörden 10.300 Menschen zu dieser Szene. Rund 1.800 Islamisten werden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zugeordnet.


