Reportage
BDK: Sie werden kriminell, weil sie enttäuscht sind
Junge Migranten begehen deshalb so viele Straftaten, weil sie in Deutschland kaum Perspektiven haben, sagt der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter André Schulz. Sie bräuchten Arbeit und Familiennachzug.

Nach Ansicht des Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, ist die Perspektivlosigkeit junger Migranten ein Grund dafür, dass sie in Deutschland so viele Straftaten begehen.
„Viele junge Flüchtlinge haben sich hier ein besseres Leben erhofft“, sagte André Schulz den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie hätten viel zu wenige Möglichkeiten, legal zu arbeiten, Geld zu verdienen und an der deutschen Gesellschaft teilzuhaben.
Zudem hätten die jungen Migranten oftmals keine festen partnerschaftlichen Beziehungen, sagt der BDK-Chef. Die rechtlichen Hürden für den Nachzug von Familienmitgliedern seien hoch und kürzlich vom Gesetzgeber nochmals erschwert worden.
„Die jungen Männer langweilen sich und sehen keine Zukunft für sich. Solche Voraussetzungen lassen ein Abrutschen in die Kriminalität dann wahrscheinlicher werden“, so der Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter weiter.
Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz (SPD) hat sich nach der Feuerattacke gegen einen schlafenden Obdachlosen in Berlin dafür ausgesprochen, dass gerade junge Migranten „schnell spezielle Fördermaßnahmen erhalten und mit Bildungsmaßnahmen beschäftigt sind, statt rumzuhängen“.
Die sieben Tatverdächtigen, die am U-Bahnhof Schönleinstraße in Kreuzberg einen schlafenden Obdachlosen angezündet hatten, konnten alle gefasst werden. Der Haupttäter wurde in Hohenschönhausen festgenommen. Es soll sich um sechs Syrer und einen Libyer handeln.


