Reportage
Evangelische Kirche will sich auf Homo-Ehe konzentrieren
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg will sich mit ihrem Wagen beim Christopher Street Day in Berlin ganz auf die Homo-Ehe konzentrieren. Pläne zur Verteilung von Kondomen und Gleitgel habe man daher verworfen.

Kürzlich hatten wir berichtet, dass die Evangelische Kirche mit einem eigenen Wagen beim Christopher Street Day am kommenden Samstag, den 22. Juli, in Berlin teilnehmen wird. Dies hat die Landeskirche in einer Pressemitteilung nun erneut bekräftigt.
Allerdings weist die Evangelische Kirche darauf hin, dass man Überlegungen zur Verteilung von Kondomen und Gleitgel verworfen hat. Diese sollten Sprüche wie „Für Huren* und Heilige*. Trau Dich!“ tragen und gegen Rechts werben.
In der Pressemitteilung der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz heißt es:
Richtig ist, dass sich die Berliner Kirchenkreise dazu entschlossen haben, sich erstmals mit einem eigenen Wagen am Christopher Street Day zu beteiligen. Schirmherrin ist die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.
Auf dem Wagen wird für die kirchliche Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren geworben. Denn die Landessynode steht dafür ein, dass auch gleichgeschlechtliche Paare, die verlässlich, dauerhaft miteinander leben und wechselseitig Verantwortung füreinander tragen wollen, Ihre [sic!] Partnerschaft unter den Segen Gottes stellen können. Die Landessynode der evangelischen Kirche hatte diesen Beschluss 2016 gefasst.
Auf dem CSD-Wagen der Berliner Kirchenkreise werden – anders als berichtet – weder Kondome noch Gleitgel verteilt werden. Dazu bestanden in der Vorbereitungsgruppe Überlegungen, die dann allerdings verworfen wurden, um die Konzentration auf die Botschaft der „Trauung für alle“ zu stärken.

Evangelische Kirche mit CSD-Truck für 140 Mann
Auf dem CSD-Truck der Evangelischen Kirche sollen auf zwei Etagen etwa 140 Personen Platz finden. Nach Auskunft von Pfarrerin Stefanie Hoffmann wird es auf dem Truck einen Klapptresen für Getränke geben, ein Dixie-Klo und Lautsprecher-Boxen mit einer Stärke von 8.000 Watt.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat rund 22 Millionen Mitglieder. Zwar erhalten Schwule und Lesben von der EKD bundesweit zumindest einen Segen für ihre Partnerschaft. Doch wie genau man diesen Segen spendet, dafür haben die 20 Landeskirchen der EKD unterschiedliche Regeln.
In Berlin und Brandenburg können sich gleichgeschlechtliche Paare bereits seit dem 1. Juli 2016 kirchlich trauen lassen. Im August letzten Jahres fand die erste homosexuelle kirchliche Hochzeit in Berlin statt. Der Traugottesdienst für Homosexuelle sieht hier genauso aus wie bei einer normalen Eheschließung, mit Trauversprechen und Ringwechsel.


