Erschossener Guerilla Nation in Lichtenberg: Krieg mit Araber-Clans

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Dirk S. (28) wurde Freitagmittag vor dem Klubhaus seines MC Guerilla Nation von seinem Motorrad geschossen und verblutete in einer nahen Werkstatt (Foto: Facebook/Guerilla Nation)
Dirk S. (28) wurde Freitagmittag vor dem Klubhaus seines MC Guerilla Nation von seinem Motorrad geschossen und verblutete in einer nahen Werkstatt (Foto: Facebook/Guerilla Nation)

Um einem Verbot zuvor zu kommen, haben sich die Hells Angels in Berlin vor vier Jahren als Motorclub Guerilla Nation neugegründet. Vor ihrem Hauptquartier in Lichtenberg, einer ehemaligen Gerüstbaufirma am Bahndamm auf halbem Weg zwischen den Bahnhöfen Frankfurter Allee und Ostkreuz, wurde am  vergangenen Freitag gegen 13 Uhr Rocker Dirk S. (28) am Kietzer Weg mit zehn Schüssen während der Fahrt von seinem Motorrad gemäht. Er schleppte sich noch in eine Werkstatt, wo er verblutete. Die 4. Mordkommission konnte Reifenspuren vom mutmaßlichen Täter am Ende der Sackgasse in einer Grünanlage sichern.

Die Anteilnahme und Trauer auf Facebook über den Tod ihres Bruders und Kameraden war groß. Einige der Guerilla Nation Rocker schworen Rache. Dabei könnte der gewaltsame Tod von Dirk S. selbst schon ein Racheakt gewesen sein.

„Möglicherweise kam das Ding hier eher aus der Richtung arabischer Familien-Clans“, so einer der Fahnder gegenüber dem Berliner Kurier. „Es ist kein Geheimnis, dass es zwischen den Clans und mehreren Mitgliedern der Guerilla Nation Überschneidungen gibt“. Das, so der Mann weiter, mache „die Ermittlungen nicht gerade einfacher“.

In Berlin streiten sich die Hells Angels mit Arbaber-Clans um die Vormachtstellung, um sich weiter Einahmen aus Glücksspiel, Drogen, Schutzgelderpressung und Prostitution zu sichern. “Wir beobachten die Entwicklung bei kriminellen Rockergruppierungen in Deutschland schon seit einiger Zeit mit Sorge”, sagt André Schulz, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, schon vor zwei Monaten dem Politik Deutschland Ressortleiter der Welt am Sonntag, Claus Christian Malzahn. Man müsse aufpassen, dass die Konflikte nicht völlig außer Kontrolle gerieten. Nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland. In Bielefeld konnte gestern vormittag nur mit einem großen Polizeiaufgebot verhindert werden, dass 35 Rocker von den Nomads Turkey aus dem Kölner Raum das Vereinsheim der Hells Angels stürmen. Die Polizei sperrte die Bundesstraße B 61 zwei Kilometer vor dem Heim und stoppte den Autokonvoi aus dem Rheinland. Noch an der Straßensperre wurden 25 „Nomads Turkey“ in Gewahrsam genommen und ein Betretungsverbot für die Stadt Bielefeld verhängt. Auch sieben „Hells Angels“ wurden festgenommen, Schlagwaffen, Messer und Kutten beschlagnahmt.

Auch in Berlin tobt der Rockerkrieg.

Vor wenigen Monaten wurde in Berlin-Mitte ein ein 35-jähriger arabisch-stämmiger Mann direkt vor dem Lokal des Hells-Angels-Chefs Kadir Padir (32) niedergeschossen. Das Opfer konnte sich mit einer schweren Schussverletzung ins Krankenhaus schleppen, wo Mitarbeiter der Klinik die Polizei informierten. Der Hells-Angels-Boss Kadir Padir sitzt derzeit wegen des Verdacht der Anstiftung zum Mord in Untersuchungshaft, wie Berlin Journal berichtete.

Hells Angel Boss Neco Arabici (44) zieht die Fäden aus Izmir und legt sich mit arabischen Großfamilien in Berlin an.

Hinter den Schüssen auf den Araber steckt nach Erkenntnissen von Ermittlern ein alter Bekannter, schrieb Claus Christian Malzahn vor zwei Monaten: “Der agiert nicht in Berlin, Hamburg oder Leipzig, er spinnt seine Fäden von der Türkei aus. In Deutschland wird er per Haftbefehl gesucht: Neco Arabaci, 44, genannt ‘der Schönling’. Lange schwarze Haare, offenes Hemd, dicke Uhr. In Polizeikreisen gilt er als einer der gefährlichsten Rocker, die es hierzulande je gab.

Früher war Arabaci Chef der Hells Angels in Köln. Durch brutale Erpressungen, Prostitution und Drogenhandel erkämpfte sich der Mann seinen Ruf in der Szene. Arabaci wurde im September 2004 zu neun Jahren Haft verurteilt und schließlich in die Türkei abgeschoben. Heute agiert er von Izmir aus.

Er tut, was sich in Berlin nicht einmal mehr manche Behörden und Politiker trauen: Arabaci legt sich mit den mächtigen arabischen Großfamilien an, die dort seit Jahren die lukrativen Geschäftsfelder Drogen, Schutzgelderpressung, Prostitution und Menschenhandel kontrollieren. Bei seiner unfreundlichen Übernahme geht Arabaci strategisch vor. Er nutzt die Rocker-Strukturen und baut sie für seine Interessen um. Er wechselt die Gangs wie Hemden. Sie sind nur noch Masken der Kriminalität. Zum Hells-Angels-Boss der Türkei aufgestiegen, gründete er über Mittelsmänner einen Unterstützer-Klub in Gießen, die Guerilla Nation Nomads. Und diese neue Vereinigung betreibt nun einen Ableger in Berlin. Ihre Mitglieder sind ehemalige Hells Angels.

Die Berliner Höllenengel hatten sich 2012 aufgelöst, um einem Verbot zuvorzukommen. Die Guerilla Nation Nomads sind in Berlin inzwischen auf eine knapp 40 Mann starke Truppe angewachsen. Vor allem im Norden der Stadt verbreiten sie Angst und Schrecken. “Es gibt im Berliner Bezirk Wedding kaum noch einen Lokalbetreiber, der nicht Schutzgeld zahlen muss, um sein Geschäft weiterführen zu können”, berichtet ein Ermittler.

Neco Arabaci hat einen Ruf wie Donnerhall. Vor zehn Jahren soll er aus dem Gefängnis heraus telefonisch angekündigt haben, dem für ihn zuständigen Staatsanwalt eine Kugel in den Kopf jagen zu wollen. Er wurde freigesprochen, obwohl Übersetzer die Sequenz klar erkannt haben wollen. Die Todesdrohung machte dem Juristen so zu schaffen, dass er aus dem Dienst ausschied.

Arabaci blieb seinem Gewerbe dagegen treu. Nun halten die Zöglinge des ‘Schönlings’ in vielen deutschen Städten Einzug. So gründeten zwei Deutschtürken in Düsseldorf gerade den Rockerklub ‘Osmanen Germania‘. Ermittler gehen davon aus, dass Arabaci das Duo steuert.

Doch die Arbaber Clans geben ihre sprudelnden Berliner Pfründe nicht so einfach auf. Die Emser Straße in Neukölln wird selbst von Polizisten als Araberland bezeichnet, wie Berlin Journal berichtete. Ein  Ermittler sagte dem Berliner Kurier: „Einen Rocker am helllichten Tag vor seinem Klubhaus von seinem Motorrad zu erschießen, das trauen sich nur ganz wenige Leute.“

Doch wer auch immer dahintersteckt: Der Guerilla Nation MC hat die Retour-Kriegserklärung scheinbar angenommen. Dirks Rockerbrüder schwören schon jetzt blutige Rache.

„Wir werden sie kriegen. Der Vorstand wird zusammenkommen und darüber entscheiden“, schrieb einer der Männer auf seiner Internetseite unter ein Foto des Toten. Andere hochrangige Mitglieder der vergleichsweise neuen Rockergruppierung sandten aus ganz Deutschland Beileidsbekundungen an die Familie des Toten. Der Tenor ist immer derselbe: Dieser Mordanschlag wird gerächt, der Täter nach den rockereigenen Regeln zur Verantwortung gezogen.

Zwar gelten mehrere Mitglieder der Guerilla Nation als schwerkriminell und hochgefährlich. Doch wirklich im Streit mit anderen Rockerclubs liegen die Guerillas nicht. Im Gegenteil: Mit den Hells Angels steht man Seite an Seite. Und die Mitglieder eines eher kleineren, ehemals verfeindeten türkisch-arabischen Klubs namens Osmanen Germania Berlin wurden erst kürzlich als vollwertige Mitglieder bei der Guerilla Nation aufgenommen. Daher wollen auch die szenekundigen Ermittler der Berliner Polizei noch nicht von einem Rockerkrieg sprechen. Es trift wohl eher die Bezeichnung Krieg um die Vorherrschaft zwischen Rockern und Araber-Clans.

Insgesamt gibt es in Berlin nach Einschätzung der Polizei etwa 1.000 Rocker in 20 Clubs, die im kriminellen Milieu agieren. Kriminelle Rockerbanden wie die Hells Angels und Guerilla Nation sind deutschlandweit und international gut verknüpft.

Die Polizei sucht Zeugen und hat folgende Fragen:
  • Wer hat im Kietzer Weg vor und nach der Tat verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Wer hat Personen oder Fahrzeuge um die Zeit des Geschehens wahrgenommen?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise nimmt die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 – 911 444, per E-Mail oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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13 KOMMENTARE

  1. Die machen eine neue Gebietsreform, daß klingt doch ganz normal, 0der? Wen stört das noch? Hier wird geschossen und gemordet, alles ok, nun sind wir auf dem besten Weg eine offene Weltstadt zu sein. Das sind halt die Nebenwirkungen. Slams , Paralelwelten und Menschenhandel, fehlt noch was? Das volle Programm “.Berlin du bist so wunderbar Berlin” ein Slogen aus der Werbung.

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  3. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel scheisse gelesen. Wie kann man ein Journalist sein und so viel Müll schreiben ? Guerilla Nation sind keine ehemaligen Hells Angels und es wollten keine Nomads Turkey ein Vereinsheim in Bielefeld stürmen !!! Bielefeld hat Brüder aus anderen Chartern geladen zum grillen. Es ist peinlich das so ein Mist verbreitet wird und Neco hat auch kein Ableger in Gießen gegründet

  4. Was soll man glauben. Ich kannte den jungen Mann und seine Eltern sehr gut. Es steht die Frage warum, warum tuen Menschen anderen Menschen dies an. Es ist ihr einzigste Kind gewesen. Eltern stehen mit Ihren Trauer vollkommen alleine da und erhalten wenig Hilfe. Man könnte noch weiter seine Gedanken schweifen lassen. Was ist Wahrheit und was ist interpretiert. ??????

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