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Reportage

„Du Jude!“ übliches Schimpfwort auf Berlins Schulhöfen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Laut einer Lehrer-Umfrage ist „Du Jude!“ ein übliches Schimpfwort auf Berlins Schulhöfen. (Screenshot: YouTube)
Laut einer Lehrer-Umfrage ist „Du Jude!“ ein übliches Schimpfwort auf Berlins Schulhöfen. (Screenshot: YouTube)

Laut einer Befragung von Berliner Lehrern ist „Du Jude!“ auf den Schulhöfen der Stadt eine übliche Beschimpfung. Vor allem bei türkischen und arabischen Schülern sei Antisemitismus weit verbreitet.

Laut einer Lehrer-Umfrage ist „Du Jude!“ ein übliches Schimpfwort auf Berlins Schulhöfen. (Screenshot: YouTube)
Laut einer Lehrer-Umfrage ist „Du Jude!“ ein übliches Schimpfwort auf Berlins Schulhöfen. (Screenshot: YouTube)

Bei den türkischen und arabischen Schülern in Berlin sind Antisemitismus und Salafismus weit verbreitet. Das ist das Ergebnis einer Befragung von Lehrern an 21 Berliner Schulen, die dem rbb vorliegt. Auf Berlins Schulhöfen sei „Du Jude!“ eine übliche Beschimpfung.

Einige Schüler würden unter Anleitung von religiösen Autoritäten aus Moscheevereinen Druck auf Mitschüler ausüben. Betroffen davon seien vor allem Mädchen und junge Frauen, säkulare Muslime und Homosexuelle.

Um sich ein erstes Stimmungsbild zu machen, hatte das des American Jewish Committee (AJC) eine Dokumentation von Interviews mit Lehrkräften in Auftrag gegeben. Demnach verstärkten sich vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 insbesondere antisemitische Tendenzen.

Bei der Untersuchung hatte man Lehrer aus 21 Schulen in acht Berliner Bezirken im Sekundarbereich befragt. Die Umfrage ist also keine repräsentative Untersuchung der Gesamtsituation an Berliner Schulen.

In der AJC-Dokumentation wird berichtet, dass sich Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund früher eher über ihre ethnische Zugehörigkeit definiert hätten. Heute hingegen definierten sie sich eher über den Islam.

Nach Aussagen von Lehrern beinhaltet diese Identifikation gleichzeitig eine Abgrenzung und Ablehnung gegenüber anderen. Zudem berichten sie von sogenannten „Moralwächtern“ unter den Schülern, die von religiösen Autoritäten entsprechend geschult worden seien.

Diese „Moralwächter“ würden den Stoff an die religiösen Autoritäten melden und andere Schüler maßregeln, worunter vor allem säkular lebende muslimische Schüler, Andersgläubige und Atheisten litten. In der Dokumentation heißt es:

Einige der Befragten berichteten von einer „Überprüfung“ des Schulstoffs durch religiöse Autoritäten wie Koranlehrer oder Moscheen. Mitunter würden die Aussagen dieser Institutionen von Schülern höher gewichtet.

Ein Lehrer sprach von „einer Art Parallelbildung“. Einerseits gebe es das, was in der Schule offiziell unterrichtet werden muss, „und dann haben wir bei vielen Schülern eben Moschee-Besuche, Moschee-Vereine, die da Einfluss nehmen“.

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