Reportage
Grünen-Chef fordert Migranten zur Einbürgerung auf
Grünen-Chef Cem Özdemir hat die in Deutschland lebenden Migranten dazu aufgefordert, sich die deutsche Staatsbürgerschaft zu besorgen. Pläne der Union, die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen, nennt er „populistisch“.

Grünen-Chef Cem Özdemir (50) hat die in Deutschland lebenden Migranten aufgefordert, sich die deutsche Staatsbürgerschaft zu besorgen. „Ich möchte, dass sich mehr Migranten zu Deutschland bekennen und sich um eine Einbürgerung bemühen“, sagte er der Rheinischen Post.
Die Pläne der Innenminister von CDU und CSU, die doppelte Staatsbürgerschaft abzuschaffen, weist Cem Özdemir zurück. „Wenn sie Mehrstaatlichkeit verbieten wollen, bedienen sie allenfalls ein paar populistische Reflexe“
Cem Özdemir für die doppelte Staatsbürgerschaft
Die Union so, als ob es einen Zusammenhang zwischen Mehrstaatlichkeit und der inneren Sicherheit gäbe. „Das muss man mir mal erklären“, sagte der Grünen-Politiker mit türkischen Wurzeln.
„Es gibt unzählige Deutsche, die einen weiteren Pass haben und sich diesem Land sehr verbunden fühlen, darunter auch Türkeistämmige“, so Özdemir. Dies könne man nicht einfach ignorieren, nur „weil ein paar davon dem türkischen Staatspräsidenten zujubeln“.
Der Grünen-Chef spielt an auf Großdemonstrationen türkischer Migranten zur Unterstützung von Präsident Recep Tayyip Erdogan (62, AKP). Vor zwei Wochen hatten in Köln 20.000 türkischstämmige Menschen demonstriert. Es waren dabei 2.700 Polizisten im Einsatz.
Anders als Cem Özdemir hat Österreichs Außenminister Sebastian Kurz die Erdogan-Demonstrationen kritisiert. „Wer sich in der türkischen Innenpolitik engagieren will, dem steht es frei, unser Land zu verlassen“, sagte der 29-Jährige im vergangenen Monat.


