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Bundeswehr zeigt Offizier wegen Leyen-Scherz an

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Die Bundeswehr hat einen Oberstleutnant (nicht im Bild) wegen eines Scherzes in Richtung Ministerin Ursula von der Leyen angezeigt. (Screenshot: YouTube)
Die Bundeswehr hat einen Oberstleutnant (nicht im Bild) wegen eines Scherzes in Richtung Ministerin Ursula von der Leyen angezeigt. (Screenshot: YouTube)

Auf einer Soldatenversammlung kritisierte der Oberstleutnant das Verhalten von Ursula von der Leyen. Dabei machte er auch einen Scherz, über den offenbar der ganze Saal lachen musste. Doch die Bundeswehr hat ihn deshalb angezeigt.

Die Bundeswehr hat einen  Oberstleutnant (nicht im Bild) wegen eines Scherzes in Richtung Ministerin Ursula von der Leyen angezeigt. (Screenshot: YouTube)
Die Bundeswehr hat einen Oberstleutnant (nicht im Bild) wegen eines Scherzes in Richtung Ministerin Ursula von der Leyen angezeigt. (Screenshot: YouTube)

Die Bundeswehr hat bei der Staatsanwaltschaft Bonn Strafanzeige gegen einen eigenen Offizier gestellt. Der Oberstleutnant des Zentrums für Geoinformationswesen in Euskirchen hatte sich auf einer Versammlung von Soldaten kritisch über Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geäußert.

Konkret wirft die Bundeswehr ihrem Offizier vor, er habe bei einer Veranstaltung am Morgen des 12. Mai zum Putsch aufgerufen, berichtet der Spiegel. In einer Kaserne im bayrischen Wildflecken hatten sich rund 40 Soldaten versammelt, die zuvor einen Lehrgang für künftige UN-Missionen absolviert hatten.

In einer schriftlichen Stellungnahme räumt der Oberstleutnant ein, dass er Ursula von der Leyen vor seinen Kameraden dafür kritisiert hatte, dass sie die Truppe nach der Aufdeckung der rechtsextremen Zelle rund um Franco A. pauschal verurteilt und ihr ein Haltungsproblem attestiert hatte.

Konkret sagte der Oberstleutnant, er sei es leid, dass 185.000 Soldaten der Bundeswehr „wegen zwei durchgeknallten Oberleutnanten“ pauschal abgeurteilt würden. Er selbst erwarte für seinen Dienst zwar keinen Dank von der Ministerin, wolle aber „nicht auch noch dafür beschimpft werden“.

Danach sagte er, die Soldaten müssten nun „endlich den Mund aufmachen oder putschen“. Dabei habe es offensichtlich um eine „satirische Übertreibung“ gehandelt, sagt der Oberstleutnant. Daher habe auch „der ganze Saal“ darüber gelacht. Für alle anwesenden Soldaten sei die Aussage klar als Witz erkennbar gewesen.

Dennoch meldete der Inspektionschef in Wildflecken den Oberstleutnant an den Militärischen Abschirmdienst (MAD). Zudem wurden mittlerweile alle rund 40 Teilnehmer des Lehrgangs zu dem angeblichen Putsch-Aufruf vernommen.

Über die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens muss nun die Staatsanwaltschaft Bonn entscheiden. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Oberstleutnant, der schon mehrfach im Auslandseinsatz auf dem Balkan und in Afghanistan war, eine Freiheits- oder Geldstrafe und die Entlassung aus der Bundeswehr.

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