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Brandenburg und Berlin suchen dringend Polizisten

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Brandenburg und Berlin suchen dringend Polizisten
Brandenburg und Berlin suchen dringend Polizisten. (Screenshot: YouTube)

Brandenburg und Berlin würden gern mehr Polizisten einstellen. Daher haben sie die Anforderungen bei der deutschen Sprache, beim Sport, bei Alter und Gesundheit bereits deutlich abgesenkt.

Brandenburg und Berlin suchen dringend Polizisten
Brandenburg und Berlin suchen dringend Polizisten. (Screenshot: YouTube)

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter stellt so viele neue Polizisten ein wie noch nie in der Landesgeschichte. Dieses Jahr sind es 400 neue Polizeischüler, sagte der SPD-Politiker am Freitag in der Polizei-Fachhochschule in Oranienburg.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Landesregierung begonnen, wieder mehr Polizisten einzustellen. Doch die 8.250 Stellen im Jahr 2018 können voraussichtlich nicht alle besetzt werden. Regelmäßig rutscht die Zahl der Beamten sogar unter 8.000.

Wegen der hohen Zahl der Pensionäre sei „die Besetzung des derzeitigen und absehbaren Bestandes an Planstellen nicht möglich“, zitiert der Tagesspiegel den Brandenburger Polizeipräsidenten Hans-Jürgen Mörke.

Trotz der Konkurrenz von Bund und anderen Ländern gibt es ein starkes Interesse an der Polizeiausbildung in Brandenburg. Die Bewerberzahl wuchs von 4.000 auf mehr als 6.800 pro Jahr. Allerdings haben nur 330 Bewerber die Eignungstests bestanden.

Um trotzdem genügend Bewerber zu finden, sind die Anforderungen bereits gesenkt worden. Innenminister Karl-Heinz Schröter sagt, die Ventile seien geöffnet worden. Jetzt fallen weniger Bewerber schon beim ersten Test durch.

Auch der Sporttest vereinfacht. Klimmzüge sind nicht mehr nötig. Bei Kraft und Schnelligkeit dürfen sich die Bewerber Disziplinen aussuchen. Beim Langlauf müssen die Bewerber nicht mehr so schnell sein wie früher.

Zudem wurde anders als in Berlin die Mindestkörpergröße von 1,60 Meter für Frauen und 1,65 Meter für Männer aufgehoben. Dies sei nicht mehr zeitgemäß, hieß es. Wer mit Pistole, Weste und Schlagstock zurechtkommt, darf kommen.

Auch die Altersgrenzen für Polizeibewerber in Brandenburg sind gefallen. Für den mittleren Dienst werden sie von 26 auf 37 Jahre angehoben. Für den gehobenen Dienst steigen sie von 32 auf 39 Jahre.

Doch weil selbst diese Maßnahmen nicht gegen die Personalnot ausreichen, nimmt Polizeipräsident Hans-Jürgen nun auch Zeitsoldaten. Eine interne Ausschreibung der Bundeswehr sucht 50 Feldwebel, die nach zehn Jahren Bundeswehr nun zur Polizei wollen.

Die 50 Soldaten sollen sofort in die Hundertschaften und dort verkürzt ausgebildet werden. In ihrer Doppelrolle als Vollzugsbeamte mit hoheitlichen Rechten und Schüler erhalten sie sogar spezielle neue Schulterklappen.

Berlin stellt in diesem Jahr 1.314 neue Polizisten ein. Im letzten Jahr 2016 waren es noch 1.056. Noch bis zum 31. Juli ist das Online-Bewerbungsportal für 612 Stellen geöffnet, die im ersten Quartal 2018 besetzt werden.

Auch Berlin hat Probleme, genügend Kandidaten zu finden. Deshalb werden inzwischen auch Bewerber bis 39 Jahre genommen. Jeweils 20 bis 30 Prozent scheitern beim Deutsch- und beim Sporttest sowie 20 bis 25 Prozent an der ärztlichen Untersuchung.

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