Reportage
Berlin hat kaum Rechtsextreme unter 25 Jahren
Berlins Schulen gehören zu den schlechtesten in Deutschland. Allerdings gelingt es ihnen gut, die Schüler gegen rechtsextreme Gedanken zu immunisieren. Es gibt in Berlin kaum Rechtsextremisten unter 25 Jahren.

Gemessen an den Bildungserfolgen gehören Berlins Schulen zu den schlechtesten in Deutschland. Zudem sind sie bundesweit die teuersten und die Zahl der Gewalttaten nimmt zu. Beleidigungen, Bedrohungen und schwere körperliche Gewalt gehören zum Schulalltag.
Doch zumindest auf einem Gebiet können die Schulen der Hauptstadt nun einen klaren Erfolg vorweisen. Und zwar sind in Berlin nur ganz wenige junge Menschen rechtsextrem.
Dies geht aus der Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordnete June Tomiak hervor. Demnach sind in Berlin weniger als zehn Prozent der Rechtsextremisten unter 25 Jahren. Dem Senat ist kein einziger Angehöriger der Szene unter 16 Jahren bekannt.
„Quantitativ und qualitativ haben Jugendliche in der rechtsextremistischen Szene Berlins keinen besonderen Stellenwert oder Außenwirkung“, zitiert der Tagesspiegel aus der Antwort der Senatsverwaltung. Dieser Erfolg wiegt umso schwerer, als rechte Gruppierungen sich durchaus bemühen, auch junge Mitglieder zu rekrutieren.
Dies tun sie vor allem über das Internet, aber auch durch persönliche Kontakte. Nach Angaben des Senats unterhalten die NPD und die Bürgerbewegung Pro Deutschland in Berlin eigene Jugendverbände. Und auch die Identitäre Bewegung Berlin-Brandenburg richte sich in ihren Internetauftritten vor allem an junge Menschen.
Zwar gelingt es den Berliner Schulen, die jungen Menschen gegen rechtsextreme Gedanken zu immunisieren. Doch diese Immunisierung hat in der Vergangenheit offenbar nicht immer lange angehalten. In zahlreichen Fällen haben sich die Menschen schon in ihren Zwanzigern rechtsextremen Gedanken zugewendet.


