Reportage
Aydan Özoguz will nicht mehr SPD-Vize sein
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz will nicht erneut für den Posten des SPD-Vize kandidieren. Dennoch will sie auch weiterhin Politik für Migranten machen.

Nach dem historisch schlechten Wahlergebnis der SPD bei der Bundestagswahl am 24. September gibt es erste personelle Konsequenzen. Die bisherige SPD-Vizechefin Aydan Özoguz will sich beim Parteitag Anfang Dezember in Berlin nicht erneut für das Amt bewerben.
„Ich habe mich entschieden, nicht wieder als stellvertretende Parteivorsitzende zu kandidieren, um Natascha Kohnen dieses Amt zu ermöglichen und unserer Partei im Süden wieder zur Stärke zu verhelfen“, zitiert der Tagesspiegel die SPD-Politikerin.
Natascha Kohnen ist SPD-Landesvorsitzende in Bayern und soll ihre Partei dort im kommenden Jahr als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl führen. „Wir brauchen mehr Unterstützung für starke Frauen in unserer Partei“, sagte Aydan Özoguz.
Mit der Kandidatur von Natascha Kohnen sinken die Chancen der scheidenden Juso-Chefin Johanna Uekermann, einen der sechs Stellvertreterposten in der SPD zu bekommen. Uekermann kommt wie Kohnen aus Bayern.
Die Hamburgerin Özoguz ist seit dem Start der großen Koalition Integrationsbeauftragte und Staatsministerin im Kanzleramt. Beim SPD-Parteitag Anfang Dezember in Berlin wird Özoguz erneut für den Vorstand der Partei kandidieren.
Aydan Özoguz ist in ihrer Rolle als Integrationsbeauftragte der Bundesregierung immer wieder mit ihrem engagierten Einsatz für Ausländer in Deutschland aufgefallen. So forderte sie etwa die Überarbeitung deutscher Schulbücher und ein Wahlrecht für Migranten ohne deutschen Pass.
Im August sorgte Özoguz für Aufsehen mit ihrer Aussage, dass es abgesehen von der Sprache gar keine deutsche Kultur gebe. AfD-Chef Alexander Gauland hatte daraufhin sogar davon gesprochen, sie „in Anatolien zu entsorgen“.


