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Reportage

Özoguz „schockiert“ über ihre geplante Entsorgung

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Aydan Özoguz sagte, sie sei „sehr schockiert“ über ihre geplante Entsorgung in Anatolien gewesen. (Screenshot: YouTube)
Aydan Özoguz sagte, sie sei „sehr schockiert“ über ihre geplante Entsorgung in Anatolien gewesen. (Screenshot: YouTube)

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz sagte, sie sei schockiert gewesen über Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, man möge sie „in Anatolien entsorgen“. Das habe sie erst gar nicht verstanden.

In der ARD-Talkendung „Maischberger“ am Mittwochabend sprach die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz auch über die Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, man möge sie „in Anatolien entsorgen“.

„Im ersten Moment ist man schon schwer schockiert“, sagte die türkischstämmige SPD-Politikerin. Sie habe zunächst diese Verbindung gar nicht verstanden. „Warum in Anatolien, warum ich?“

Doch irgendwann hat sie es wohl doch verstanden. Am Mittwochabend sagte sie: „Dieses Ausmaß wurde mir dann erst richtig bewusst im Laufe des Tages. Da hab ich schon gedacht, Mensch, was darf man eigentlich in Deutschland alles sagen?“

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hatte Ende August auf einer Wahlkampfveranstaltung davon gesprochen, man möge Aydan Özoguz „in Anatolien zu entsorgen“. Er hatte sich dabei auf Äußerungen der Integrationsbeauftragten vom Mai bezogen.

Aydan Özoguz leugnete deutsche Kultur

Damals vertrat Aydan Özoguz in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel die Auffassung, eine spezifisch deutsche Kultur sei jenseits der Sprache nicht zu identifizieren. Gauland sagte dazu Ende August bei einem Auftritt in Thüringen:

Das sagt eine Deutsch-Türkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker hatten Gaulands Äußerung als „rassistisch“ verurteilt. Der frühere Bundesrichter Thomas Fischer zeigte den AfD-Politiker sogar wegen Volksverhetzung an.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung ist schon seit Längerem ein Feindbild der Rechten. Denn unter anderem forderte eine Kommission unter ihrer Leitung Ende letzten Jahres ein Wahlrecht für Migranten, auch wenn diese noch keinen deutschen Pass haben.

Gauland sprach bei einem AfD-Wahltermin am Mittwochabend in Pforzheim vor rund 1.500 Zuschauern. Sein Parteikollege Jörg Meuthen erinnerte zuvor daran, dass Sigmar Gabriel 2012 die „rückstandsfreie Entsorgung“ der Regierung von Angela Merkel gefordert hatte.

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