Reportage
AfD will Kooperation mit dem Front National

AfD-Vizechef Alexander Gauland und die Landesvorsitzenden von Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt, Beatrix von Storch, Björn Höcke und André Poggenburg, suchen Annäherung zur politischen Rechten in Europa. Dazu gehört auch der französische Front National.
Am 5. April traf sich Alexander Gauland mit dem FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky in Nauen und stellte gemeinsame Positionen fest.
Am Freitag verkündete die Berliner EU-Abgeordnete Beatrix von Storch ihren Beitritt zur EFDD-Fraktion, der auch die britischen United Independence Party (Ukip) von Nigel Farage und der italienische Movimento Cinque Stelle (M5S) von Beppe Grillo angehören.
Kooperation mit dem Front National
Am Samstag lobte Björn Höcke auf einem Landespartei in Arnstadt die österreichische FPÖ und sagt, man müsse das Verbindende mit dem Front National (FN) in Frankreich herausstellen – und nicht das Trennende.
Am Sonntag sagte André Poggenburg auf Twitter: „Die FPÖ ist die natürliche Verbündete der AfD!“ Ebenfalls am Sonntag erwägt Alexander Gauland gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Beitritt zu einer Fraktion im EU-Parlament, in der auch der französische Front National vertreten ist.
„Man muss den FN ja nicht lieben, aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht.“
Unter Bernd Lucke waren rechte Partner tabu
Im März 2014 hatte die AfD-Führung den nordrhein-westfälischen Landesvorsitzende Marcus Pretzell mit einer Verwarnung gerügt, weil er eine Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) besucht hatte, auf der Nigel Farage von der britischen Ukip-Partei eine Rede gehalten hatte.
Die Teilnahme von Marcus Pretzell galt in der AfD damals als inakzeptabel. Mit der rechten Unabhängigkeitspartei Ukip wollten die damals führenden AfD-Politiker Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel nichts zu tun haben.
Frauke Petry hat weniger Berührungsängste
Mitte Februar sagte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, es gebe „große inhaltliche Überschneidungen“ ihrer Partei mit der FPÖ. „Noch dazu sind wir freiheitliche Parteien aus zwei Ländern, die kulturell und traditionell miteinander verbunden sind.“


