Reportage
Sollen auch AfD-Anhänger zur Wahl gehen?
Nach Ansicht von Bundesinnenminister Thomas de Maizière sollten auch AfD-Anhänger zur Wahl gehen. Damit distanziert er sich von seinem CDU-Parteikollegen Peter Altmaier, dem Nichtwähler lieber sind als AfD-Wähler.

Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstag gesagt, dass ein Nichtwähler „selbstverständlich“ besser sei als ein AfD-Wähler. Dem hat sein Parteikollege Thomas de Maizière nun widersprochen.
Der Bundesinnenminister rief alle Bürger dazu auf, am kommenden Sonntag auf jeden Fall zur Bundestagswahl zu gehen. „Jeder sollte von seinem Wahlrecht Gebrauch machen und zur Wahl gehen“, sagte Thomas de Maizière am Mittwoch im Interview mit der BILD. Und weiter:
Ich hoffe, dass die AfD nicht viel gewählt wird. Hingehen muss man auf jeden Fall. Wenn man sich gar nicht entscheiden kann, soll man zur Not ungültig abstimmen. Es gibt in Wahrheit keine Ausrede, nicht zur Wahl zu gehen.
Peter Altmaier gegen AfD-Anhänger
Peter Altmaier hatte dies am Dienstag anders gesehen. „Die AfD spaltet unser Land. Sie nutzt die Sorgen und die Ängste der Menschen aus. Und deshalb glaube ich, dass eine Stimme für die AfD – jedenfalls für mich – nicht zu rechtfertigen ist“, sagte er im Interview mit der BILD.
Zudem würden auch Nichtwähler mit ihrem Verhalten eine Meinung ausdrücken. Die AfD zu wählen, sei hingegen „sinnlos“. Die Partei habe niemanden, mit dem sie koalieren kann. Denn alle anderen Parteien hätten die Zusammenarbeit ausgeschlossen.
Der 59-Jährige rief die Wähler dazu auf, sich für die „staatstragenden“ Parteien zu entscheiden. Damit meinte er neben der Union auch SPD, Grüne und FDP. Die Linke hingegen sei „keine Partei ist, die die Stabilität unseres politischen Systems befördert“.
Die AfD wies die Äußerungen des Kanzleramtschefs zurück. „Das sind schöne Demokraten“, sagte ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland. „Jetzt ruft ein Mitglied der Bundesregierung zum Wahlboykott auf.“


