Reportage
AfD: Gunst sinkt – Sixt vertauscht Rollen von Gauland und Boateng

AfD-Vizechef Dr. jur. Alexander Gauland aus Potsdam (75, EX-CDU-Mitglied und Ex-Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung, als diese zur FAZ-Gruppe gehörte) hatte in der letzten Woche ungewollt für großes Aufsehen gesorgt, als er den gebürtigen Berliner und deutschen Fußballnationalspieler und deutschen Fußballweltmeister Jerome Boateng (27, Mutter ist deutsche Lufthansa-Angestellte, Vater stammt aus Ghana) als jemanden beschrieb, den man nicht gern als Nachbarn hätte, wie Berlin Journal berichtete.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) hatte Gauland am letzten Maisonntag aus einem Hintergrundgespräch mit den Worten zitiert „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Die FAS titelte dazu „Gauland beleidigt Boateng“, was hohe Wellen schlug. Boateng ist seit 2011 als Innenverteidiger beim FC Bayern München unter Vertrag und wohnt im Münchener Stadtteil Grünwald und lässt ohne Promiallüren an der Tankstelle sein Auto reparieren.
Der bayerische Autovermieter Sixt SE aus Pullach bei München (4.000 Verleih-Stationen in Deutschland) drehte nun in einer Werbekampagne den Spieß um und ließ ein Plakat mit dem Bild Gaulands drucken und unter anderem mit dem Spruch: „Wer jemanden wie Gauland in der Nachbarschaft hat und dies gern ändern möchte, der findet bei uns den passenden Umzugswagen. Natürlich auch, wenn Sie gar nicht wissen, wer Alexander Gauland überhaupt ist: Zum LKW Angebot von Sixt.“
AfD-Gründer Gauland schadete dem Ansehen seiner Partei
Gaulands Boateng-Foul sorgt aber nicht nur für Spott aus der Industrie. Das Foul hat in der Fußballnation Deutschland laut BILD den Höhenflug der AfD gestoppt.
Für einen INSA-Meinungstrend im Auftrag von BILD wurden vom 3. bis zum 6. Juni 2016 insgesamt 2.032 Bürgerinnen und Bürger befragt: Wen würden Sie wählen, wenn nächsten Sonntag Wahlen wären?
Zuletzt war die AfD bei Umfrage-Ergebnissen im Aufwind, hatte es auf 15 Prozent geschafft. Doch nun fiel sie erstmals um einen Punkt auf 14 Prozent. Dafür legte DIE LINKE um einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche zu und kam auf 10.5 Prozent. Alle anderen Parteien blieben unverändert: CDU/CSU (30 Prozent), SPD (19 Prozent), Grüne (13 Prozent), FDP (8 Prozent) und die sonstigen Parteien (5,5 Prozent).
INSA-Chef Hermann Binkert aus Erfurt: „Die Wähler reagieren und stoppen den AfD-Höhenflug. Doch davon profitiert aktuell nicht die weiterhin schwache GroKo, sondern die Linke.“


