Reportage
Schäuble kritisiert die Verbitterung im Osten
Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat eine Erklärung dafür, warum viele Menschen in den neuen Bundesländern die Politik von Angela Merkel ablehnen. Sie hätten sich in eine Verbitterung hineingeredet.

Die Folgen der Flüchtlingskrise werden nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in den kommenden Jahren noch viel Geld kosten.
Doch zugleich „können wir noch in Jahrzehnten unseren Enkeln stolz erzählen, wie hilfsbereit die Deutschen waren und sind“, sagte Wolfgang Schäuble der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“.
Doch nicht nur die Flüchtlingskrise, sondern auch die Überwindung von „40 Jahren deutscher Teilung mit allen Strukturkrisen“ sei schwerer als ursprünglich gedacht.
Die Probleme mit den Migranten seien aber kein Freibrief für Krawallmacher. Der Minister warnte vor einer Verbitterung vieler Menschen in den neuen Bundesländern.
Für die teils scharfen Angriffe auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei Wahlkampfauftritten im Osten Deutschlands hat Wolfgang Schäuble aber eine andere Erklärung als Bundesinnenminister Thomas de Maizière.
Letzter hatte die Ablehnung der Merkelschen Migrationspolitik in den neuen Ländern mit der „Veränderungsmüdigkeit“ der Ostdeutschen erklärt. Viele wollten die erforderliche „neue Welt“ verhindern.
Schäuble hingegen sieht den Grund eher darin, „dass sich viele Menschen in den neuen Bundesländern in eine Verbitterung hineingeredet haben oder dass sie von anderen in eine Verbitterung hineingeredet wurden“.


