Reportage
Tschechien will Recht auf Schusswaffen einführen
In Tschechien will Innenminister Milan Chovanec das Recht auf Schusswaffenbesitz in der Verfassung verankern. Bewaffnete Bürger könnten die Chancen von islamistischen Terroristen verringern.

Der tschechische Innenminister Milan Chovanec will das Recht auf Schusswaffenbesitz in der Verfassung verankern. Dies ist eine Reaktion auf die islamistischen Terroranschläge von Nizza und Berlin.
„Aktive und rasche Verteidigung“ könne die Chancen von Angreifern verringern zitiert die Welt aus einer am Montag bekanntgewordenen Vorlage des sozialdemokratischen Ministers .
Die Bürger sollen das Recht erhalten, mithilfe von Schusswaffen „Leben, Gesundheit und Eigentum“ zu verteidigen. Auf diese Weise könnten sie zur „Sicherstellung der inneren Ordnung, Sicherheit und territorialen Integrität“ des Landes beitragen.
Der Initiative Milan Chovanec müssten mindestens drei Fünftel aller Abgeordneten und drei Fünftel aller anwesenden Senatoren zustimmen. Die Koalition aus Sozialdemokraten (CSSD), liberaler ANO und Christdemokraten (KDU-CSL) wäre auch auf Stimmen der Opposition angewiesen.
In Tschechien mit seinen rund 10 Millionen Einwohnern gibt es mehr als 800.000 legal registrierte Schusswaffen. Doch die Tendenz ist seit Jahren steigend. Das geplante Recht auf Schusswaffenbesitz soll nicht für Bürger anderer EU-Staaten gelten, die in Tschechien leben.


