Reportage
Deutlich mehr Taschendiebe in Bussen und Bahnen
Im letzten Jahr ist die Zahl der Straftaten in Bussen und Bahnen um 8,5 Prozent gestiegen. Besonders stark war der Anstieg der Taschendiebstähle. Laut Polizei ist dies nicht die Schuld der BVG, sondern ein stadtweites Problem.

Zwar ist die Zahl der Gewaltvorfälle in Berlins Bussen und Bahnen leicht gestiegen. Doch im Verhältnis zu den gewachsenen Fahrgastzahlen ist der Anstieg gering. Dies zeigt der Sicherheitsbericht von 2016, den die BVG am Montag veröffentlicht hat.
Demnach haben die Gewaltdelikte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gegenüber 2015 zugenommen. Zugleich waren aber im Schnitt rund drei Millionen Menschen pro Tag Bussen und Bahnen unterwegs. Dies war eine Steigerung zum Vorjahr um 3,5 Prozent.
Deutlich stärker um 8,5 Prozent ist im letzten Jahr die Anzahl der Straftaten insgesamt gestiegen. Besonders stark war der Anstieg der Taschendiebstähle. Der Anstieg an Taschendiebstählen ist laut Polizei kein Problem der BVG, sondern ein stadtweites.
Im gesamten Stadtgebiet hat es laut Polizeilicher Kriminalstatistik im letzten Jahr einen Anstieg von elf Prozent zum Vorjahr gegeben. „Ein Großteil der festgestellten Taschendiebe sind reisende Täter“, zitiert der Tagesspiegel einen Polizeisprecher.
Im vergangenen Jahr habe man eine europaweit tätige Gruppierung zerschlagen können. Dieses Jahr zeichne sich bisher ein deutlicher Rückgang ab. Zudem gegen Polizisten und Wachleute der BVG seit Februar nachts gehen gemeinsam auf Patrouille.
Insgesamt sei man mit der Sicherheit im Liniennetz der BVG „sehr zufrieden“, zitiert der Tagesspiegel Unternehmenssprecher Markus Falkner. Die Maßnahmen, die man 2011 in Zusammenarbeit mit dem Senat auf den Weg gebracht habe, zeigten Wirkung.
Insbesondere die Ausweitung von Videotechnik habe dazu geführt, dass die Zahl der Gewaltvorfälle in Bahnen und Bussen heute niedriger ist als im Jahr 2011. Zuvor hatten die Gewaltvorfälle in Bussen und Bahnen einen Höhepunkt erreicht.
Für das letzte Jahr meldet die BVG in dem Sicherheitsbericht 3.106 Gewaltdelikte. Im Jahr 2011 waren es noch 3.897 Fälle. Berlins U-Bahn-Netz ist bereits seit fünf Jahren flächendeckend mit Kameras ausgestattet. Busse und Straßenbahnen sollen noch dieses Jahr folgen.


