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Reportage

Syrischer Flüchtling: Wutbürger sollten Deutschland verlassen

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Wutbürger-Demo a 17. November 2015 in der Freien Bergstadt Oedaran. In der sächsischen Kleinstadt (8.000 Einwohner) zeigt sich, dass die Akzeptanz extremer Positionen wie die der Kleinpartei III. Weg mit Sitz in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz, 200 Mitglieder) wächst: "Den Volkstod stoppen. Keine Asylheime in deiner Nachbarschaft!" (Foto: Youtube/ZDF)
Wutbürger-Demo a 17. November 2015 in der Freien Bergstadt Oedaran. In der sächsischen Kleinstadt (8.000 Einwohner) zeigt sich, dass die Akzeptanz extremer Positionen wie die der Kleinpartei III. Weg mit Sitz in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz, 200 Mitglieder) wächst: "Den Volkstod stoppen. Keine Asylheime in deiner Nachbarschaft!" (Foto: Youtube/ZDF)
Wutbürger-Demo a 17. November 2015 in der Freien Bergstadt Oedaran. In der sächsischen Kleinstadt (8.000 Einwohner) zeigt sich, dass die Akzeptanz extremer Positionen wie die der Kleinpartei III. Weg mit Sitz in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz, 200 Mitglieder) wächst: "Den Volkstod stoppen. Keine Asylheime in deiner Nachbarschaft!" (Foto: Youtube/ZDF)
Wutbürgerdemo am 17. November 2015 in der Freien Bergstadt Oedaran. In der sächsischen Kleinstadt (8.000 Einwohner) zeigt sich, dass die Akzeptanz extremer Positionen wie die der Kleinpartei III. Weg mit Sitz in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz, 200 Mitglieder) wächst: „Den Volkstod stoppen. Keine Asylheime in deiner Nachbarschaft!“ (Foto: Youtube/ZDF)

Fragt man wütende Bürger, die auf Plakaten fordern „Asylflut stoppen!“, nach dem Warum, bekommt man Antworten wie: „Wir sind das Volk. Wir bezahlen die Steuern. Von uns lebt die deutsche Regierung und nicht von den Flüchtlingen.“ Oder: Sie machen uns jetzt schon finanziell kaputt. Und sie möchten uns auch ideologisch zerstören!“

Der syrische Flüchtling Aras Bacho (18, Fotografie-Berufsschüler) aus Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen, ein verfolgter Jeside, der als 12jähriger Junge über Griechenland nach Deutschland flüchtete, forderte gestern in der Huffington Post Deutschland aus München:

Syrer Aras Bacho (18, hier mit Kölner Treff-Moderatorin Betina Böttinger, 60): "Mit einem echten syrischen Pass wären ich und viele andere Flüchtlinge wohl niemals nach Deutschland kommen, mit einem türkischen oder griechischen Pass hingegen schon." (Foto: Facebook/Aras Bacho)
Syrer Aras Bacho (18, hier mit Kölner Treff-Moderatorin Betina Böttinger, 60) kam mit einem gekauften Pass von der Türkei über Griechenland nach Deutschland: „Mit einem echten syrischen Pass wären ich und viele andere Flüchtlinge wohl niemals nach Deutschland kommen, mit einem türkischen oder griechischen Pass hingegen schon.“ (Foto: Facebook/Aras Bacho)

„Die Wutbürger sollten Deutschland verlassen“

Bacho begründet seine Forderung so: „Wir Flüchtlinge und die Deutschen haben die Wutbürger satt. Die beleidigen und hetzen wie verrückt, dabei haben die kein Tempo.

Nachdem die Flüchtlinge den syrischen Terroristen Jaber Al Bakr festgenommen haben und anschließend die Polizei riefen, spielte das Ganze dann in den Zeitungen und Online-Zeitungen eine große Rolle, sogar auf Facebook.

Mit diesen Bildern fahndet die Polizei nach dem Syrer Jaber Albakr (22). Er soll Kontakte zum IS haben und einen Sprengstoffanschlag in Chemnitz oder Berlin vorbereitet haben (Fotos: Polizei Sachsen)
Mit diesen Bildern fahndete die Polizei nach dem Syrer Jaber Al Bakr (22). Er soll Kontakte zum IS gehabt haben und einen Sprengstoffanschlag auf den Flughafen Berlin Tegel oder Schönefeld vorbereitet haben (Fotos: Polizei Sachsen)

Es freut mich natürlich, dass die lieben Flüchtlinge Jaber Al Bakr der Polizei übergeben haben. Aber es gibt immer diese Hetze von arbeitslosen Wutbürgern, die ihre ganze Zeit im Internet verbringen und warten, bis ein Beitrag über Flüchtlinge im Internet auftaucht. Dann geht es mit unverschämten Kommentaren los. Sogar, wenn sie etwas für unsere Gesellschaft geleistet haben. Dann wird ihnen vorgeworfen, dass alles nur inszeniert sei.

In diesem Fall gab es sehr viele geschmacklose, unverschämte Kommentare:  ‚Na klar, es ist alles gespielt worden, damit die als Helden gefeiert werden, jedoch bekommen die weiterhin unsere Steuergelder.‘ ‚Ich glaube nicht daran, bestimmt hat Merkel diese Geschichte geschrieben, die Mutti der Flüchtlinge.‘ ‚Sofort alle abschieben, die Lügner.‘

Hallo, ihr arbeitslosen Wutbürger im Internet. Wie gebildet seid ihr, wie lange wollt ihr noch die Wahrheit verdrehen? Ist es euch nicht lange bewusst, dass ihr täglich Lügen verbreitet? Was hättet ihr an deren Stelle gemacht? Na klar, ihr wärt weggelaufen!

Wir Flüchtlinge und die Deutschen wollen mit euch Wutbürgern nicht in demselben Land leben. Ihr könnt auch, und das halte ich für richtig, aus Deutschland flüchten, nehmt bitte Sachsen auch mit und die AfD gleich auch.

Deutschland passt nicht zu euch, warum lebt ihr hier? Warum seid ihr nicht in einem anderen Land? Wenn das euer Land ist, liebe Wutbürger, dann benehmt euch ganz normal. Ansonsten könnt ihr einfach aus Deutschland flüchten und euch eine neue Heimat suchen. Geht am besten nach Amerika zu Donald Trump, er wird euch sehr lieb haben. Wir haben euch satt!“

 

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