Reportage
Schulz und Seehofer warnen vor neuer Migrationswelle
CSU-Chef Horst Seehofer und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz warnen vor einer Wiederholung der Flüchtlingskrise des Jahres 2015. „Im Moment ist die Lage beruhigt. Aber wir wissen alle: Die Migrationswelle wird weitergehen.“

Dieses Jahr haben schon rund 90.000 Migranten Italien über das Mittelmeer erreicht. Und der Ansturm hält unvermindert an. Daher hat die italienische Regierung kürzlich sogar damit gedroht, seinen rund 200.000 Migranten Visa für die Weiterreise nach Norden zu erteilen.
Auch CSU-Chef Horst Seehofer spricht nun im Interview mit der WELT von „einer vergleichbaren Situation im Süden“ wie im Sommer 2015 auf der Balkanroute, mit der man die Italiener nicht allein lassen dürfe.
Als Lösung für dieses Problem schlägt Horst Seehofer vor, spätestens an der EU-Außengrenze Verfahren durchzuführen, um zu klären, wer schutzberechtigt ist und wer nicht. Diejenigen, die Anspruch auf Schutz hätten, müssten dann „gerecht in Europa verteilt werden“.
Der CSU-Chef lobt den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz und das „mutige Mazedonien“ für die erfolgreiche Schließung der Balkanroute und dann warnt er: „Im Moment ist die Lage beruhigt. Aber wir wissen alle: Die Migrationswelle wird weitergehen.“
Auch Schulz warnt vor neuer Migrationswelle
Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat vor einer Wiederholung der Flüchtlingskrise gewarnt. Die Lage sei „hochbrisant“, sagt er der Bild am Sonntag. Und weiter: „Wenn wir jetzt nicht handeln, droht sich die Situation zu wiederholen.“
Dem Bericht zufolge will Martin Schulz die Migration ab sofort auch zum Wahlkampfthema machen. „Wer auf Zeit spielt und versucht, das Thema bis zur Bundestagswahl zu ignorieren, verhält sich zynisch.“


