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Nach Referendum: Özdemir kritisiert Deutschtürken

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Nach Referendum Cem Özdemir kritisiert Deutschtürken
Nach Referendum Cem Özdemir kritisiert Deutschtürken

Nach Erdogans Sieg beim Verfassungsreferendum stehen die Deutschtürken in der Kritik. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte, man könne nicht in Deutschland Demokratie genießen und für die Türkei Diktatur wählen.

Recep Tayyip Erdogan hat das Verfassungsreferendum knapp gewonnen. Besonders starke Unterstützung erhielt er dabei von den Deutschtürken. Diese stimmten mit 63,1 Prozent für die Verfassungsreform, die dem türkischen Präsidenten deutlich mehr Macht gibt.

Daher kritisiert nun Grünen-Chef Cem Özedmir die in Deutschland lebenden Türken, man könne nicht einerseits hierzulande die Vorzüge der Demokratie genießen und andererseits für die Türkei die Diktatur wählen.

„Wer in Deutschland auf Dauer glücklich werden will, kann nicht nur mit den Zehenspitzen auf dem Grundgesetz stehen, sondern muss mit beiden Füßen auf dem Boden unserer Verfassung stehen“, zitiert die Welt den grünen Deutschtürken.

Todesstrafe, die Unterdrückung von Minderheiten und Kinderehen passten nicht zur deutschen Werteordnung, so Cem Özdemir. Das Wahlergebnis zeige die Versäumnisse in der Integrationspolitik.

Auf die Türken, die „gegen die orientalische Despotie“ gestimmt hätten, kämen wohl schwere Zeiten zu. „Die Menschen, die sich für Demokratie eingesetzt haben, brauchen unsere Unterstützung gerade jetzt“, so der Grünen-Chef.

In dasselbe Horn wie Cem Özdemir blies auch die CDU-Vizevorsitzende Julia Klöckner. Auf Twitter schrieb sie: „Türken, die in Deutschland für Ja gestimmt haben, aber das theoretische Nein hier genießen…“

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hingegen warnte vor einer pauschalen Kritik am Abstimmungsverhalten der Deutschtürken. Viele von ihnen seien gar nicht zur Wahl gegangen. Die Wahlbeteiligung in Deutschland lag nur bei knapp 46 Prozent.

Nach Ansicht von Cem Özoguz ist das Auftreten von Nationalisten unter Migranten „keine Besonderheit der Deutsch-Türken“. Nationalismus gebe es unter allen Migrantengruppen, auch in anderen Ländern.

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