Reportage
Festival in Schweden wegen Vergewaltigern abgesagt
Bei Schwedens größtem Musikfestival Bråvalla wurden dieses Jahr eine Reihe von Vergewaltigungen und sexuellen Belästigungen angezeigt. Daher hat der Veranstalter es für das kommende Jahr abgesagt.

Das Bråvalla-Festival war bisher das größte Musikfestival in Schweden. Doch im kommenden Jahr soll es ausfallen. Als Grund nennt der deutsche Veranstalter, dass es in diesem Jahr eine Reihe von sexuellen Übergriffen gegeben hat.
Bei dem diesjährigen Bråvalla-Festival in Norrköping, das nach mehreren Tagen am Samstag endete, hatten vier Frauen angegeben, vergewaltigt worden zu sein. Dies bestätigte die Polizei am Dienstag.
In einem Fall soll eine 15-Jährige während eines Konzertes in der Zuschauermenge misshandelt worden sein. Zudem erhielt die Polizei 23 Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Nach Angaben der Polizei handelte es sich nicht um organisierte Übergriffe, sondern um Einzeltäter.
Laut Polizeisprecherin Gunilla Nyström ist die Anzahl der Anzeigen nicht ungewöhnlich. Auf dem Festivalgelände seien diesmal viele Polizisten anwesend gewesen. Daher hätten auch mehr Opfer Belästigungen anzeigen können.
Doch für den Veranstalter FKP Scorpio sind es zu viele Vorfälle. „Es ist nicht so, dass wir mit dem Problem nicht umgehen können oder dass es ein Problem von Festivals ist, es geht um ein klares Statement“, zitiert die Berliner Zeitung Pressesprecherin Kajsa Apelqvist.
Das Bråvalla-Festival mit in diesem Jahr 50.000 Besuchern war bisher eines der größten Musikfestivals in Schweden. In der letzten Woche hatten dort Linkin Park, Mando Diao, Alesso und The Killers gespielt.


