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Reportage

Mehr als ein Drittel der Nordafrikaner in NRW ist kriminell

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Nordafrikaner in NRW kriminell
Minister Ralf Jäger (SPD) will Vorurteile gegen Nordafrikaner in NRW abbauen, indem er deren Kriminalität bekämpft. (Screenshot: phoenix)
Nordafrikaner in NRW kriminell
Innenminister Ralf Jäger (SPD) will Vorurteile gegen Nordafrikaner in NRW abbauen, indem er deren Kriminalität bekämpft. (Screenshot: YouTube/phoenix)

Im letzten Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen 33,6 Prozent der Marokkaner und sogar 38,6 Prozent der Algerier kriminell. Das sagte Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) in der vergangenen Woche. Nordafrikaner in NRW seien ein massives Sicherheitsproblem.

Es ist selten, dass Politiker die Fakten so offen benennen wie der sozialdemokratische Innenminister Ralf Jäger. Piraten und Grüne warfen dem Innenminister umgehend vor, dass er mit der Bekanntmachung dieser Fakten den Ausländerfeinden Munition liefert.

Ralf Jäger will Ausländer-Kriminalität nicht mehr verheimlichen

Doch der Sozialdemokrat Ralf Jäger will die Ausländer-Kriminalität nicht mehr verheimlichen. Daten zu Kriminalität mit Zuwandererbezug will er künftig systematisch erheben und auch veröffentlichen.

Denn für ihn gibt es nur diesen einen Weg, Vorurteile gegen Zuwanderer zu verhindern: Man müsse die Zuwanderer-Kriminalität so lange bekämpfen, bis es keine überdurchschnittlich kriminellen Zuwanderergruppen mehr gebe, zitiert ihn DIE WELT.

Im Jahr 2015 lebten in Nordrhein-Westfalen 5.210 Algerier, von denen 38,6 Prozent Straftaten begingen. Von den 36.118 Marokkanern wurden im selben Jahr 33,6 Prozent straffällig. Algerier begingen insgesamt 13.231 Straftaten, es gibt hier offenbar eine hohe Zahl von Wiederholungstätern. Marokkaner begingen 14.733 Straftaten.

In dieser Statistik wurden keine Straftaten mitgezählt, die gegen das Ausländerrecht verstoßen. Auch die Taten aus der Silvesternacht wurden nicht berücksichtigt. Meist begingen die Nordafrikaner in NRW Eigentumsdelikte oder Körperverletzungen. Der Großteil der Straftaten wurde von jungen Männern in Großstädten wie Köln, Düsseldorf und Dortmund verübt.

In keinem anderen Bundesland waren Marokkaner und Algerier so oft kriminell wie Nordafrikaner in NRW, wo 84 Prozent der Marokkaner und 44,7 Prozent der Algerier in Deutschland leben. Dennoch durfte die NRW-Polizei im vergangenen Sommer Nordafrikaner nicht Nordafrikaner nennen.

Fokus der Polizei auf Nordafrikaner in NRW

Ralf Jäger setzt sich nun selbst unter Zeitdruck, um die Kriminalität algerischer und marokkanischer Straftäter zu verringern. Wenn er im Frühling 2017 die Kriminalitätsstatistik vorstellt, sollen die Zahlen zu Zuwandererkriminalität schon deutlich gesunken sein. Nordafrikaner in NRW stünden ab sofort „besonders im Fokus der Polizei “, sagte Ralf Jäger.

So fordert etwa ein „Sensibilisierungserlass“ vom Januar alle Polizeibehörden auf, bei Großveranstaltungen „die neue Kriminalitätsform des gruppenweisen sexuellen Misshandelns und Beraubens in die Einsatzplanungen“ einzubeziehen.

Zugleich wurden alle Polizeibehörden mit kriminellen Nordafrikaner-Gruppen aufgefordert, „an bekannten Treffpunkten, auch in Unterbringungseinrichtungen Razzien und überraschende Kontrollen“ vorzunehmen, um die Szene „unter Druck zu setzen“.

Mit dem Bundesinnenministerium handelte Ralf Jäger einen Einwanderungsstopp für Marokkaner nach NRW aus. Zudem ordnete er an, die Vorrangbehandlung für Asylanträge aus den Maghreb-Staaten durchzusetzen, um die Abgelehnten schneller wieder abzuschieben.

Doch bislang sind die Pläne von Ralf Jäger im Hinblick auf die Nordafrikaner in NRW nur Ankündigung, sagt CDU-Innenpolitiker Gregor Golland. Es handle sich um eine „Beruhigungsrhetorik für die Bevölkerung“.

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Thomas Breithaupt

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