Berlin Journal

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Reportage

Jung, männlich, marokkanisch – Ein Viertel unter Generalverdacht

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Am 16. Januar 2016 durchkämmte die Düsseldorfer Polizei das Maghreb-Viertel am Bahnhof und nahm 40 Klaubanden-Tatverdächtige fest (Foto: youtube)
Am 16. Januar 2016 durchkämmte die Düsseldorfer Polizei das Maghreb-Viertel am Bahnhof und nahm 40 Klaubanden-Tatverdächtige fest (Foto: youtube)
Am 16. Januar 2016 durchkämmte die Düsseldorfer Polizei das Maghreb-Viertel am Bahnhof und nahm 40 Klaubanden-Tatverdächtige fest (Foto: youtube)

Die Ereignisse der Silvesternacht haben ihre Spuren hinterlassen: Ansammlungen junger Männer aus Tunesien, Libyen, Algerien und Marokko werden jetzt kritisch beäugt. Im Düsseldorfer Maghreb-Viertel, dort bilden Nordafrikaner die Mehrheit, beschleicht die Bewohner das Gefühl: Wir stehen alle unter Generalverdacht.

Zu diesem Ergebnis kamen Reporter des WDR-Magazins Die Story, die Klein Marokko, wie das Viertel im Volksmund heißt, besuchten. Der Beitrag wird am kommenden Mittwoch, 03. Februar 2016, von 22:10 bis 22:55 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Seit den Überfällen auf Frauen an deutschen Bahnhöfen ziehen Fernsehteams durch die Straßen – auf der Suche nach Motiven und einer schnellen Story. Schon wird hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass Täter der Silvesternacht auch hierher stammen könnten. Plötzlich fahren Polizeiwagen vor, dutzende Beamte steigen aus. Es ist der Beginn der Razzia im Düsseldorfer „Maghreb-Viertel“. Es ist Samstag, der 16. Januar 2016.

Supermarktbesitzer Mohammed Alabdouni aus der bis nach Marokko bekannten Ellerstraße in Düsseldorf freut sich: „Endlich unternehmen die was.“ Währenddessen sperren die Beamten die Cafés rundum ab – einzeln werden die Gäste nach draußen und in ein eilig aufgebautes Zelt geführt und dort durchsucht. 40 von ihnen werden an diesem Abend festgenommen, wie Berlin Journal berichtete.

Was Herrn Alabdouni aber Sorgen macht, sind junge Männer, die sich seit einigen Jahren vor seinem Laden tummeln: „Die sind illegal hier. Die dealen, die stehlen, die belästigen meine Kundschaft. Und wenn ich die Polizei rufe, dann sind sie schon wieder weg.“

Badr Haddad bringen die Zustände im marokkanischen Viertel am meisten zur Verzweiflung. Seit 13 Jahren lebt der Gastronom in Düsseldorf, seit 2012 führt er seine marokkanische Gaststätte „La Grilladine“ auf der Dreieckstraße. Badr Haddad: „Ich versuche seit Jahren, das Bild meines Heimatlandes so positiv wie möglich darzustellen. Und diese Generation von Einwanderern macht alles kaputt. Viele Gäste haben mittlerweile Angst, in unser Viertel zu kommen“, klagte der 32-Jährige vor zwei Wochen gegenüber dem Express. „Es handelt sich um Jugendliche nordafrikanischer Abstammung zwischen 15 und 25 Jahren. Sie weisen ein ungeheures Gewaltpotenzial auf, kennen fast keine Skrupel. Als ich letztens Mitleid mit ihnen hatte und ihnen etwas kochte, stahlen sie noch ganz dreist das Handy eines Gastes vom Tisch, als sie das Essen abholten. Was sind das bloß für Menschen?“

Umziehen will Haddad mit seinem Restaurant trotzdem nicht: „Das ist hier unser Viertel. Und nicht das Viertel dieser Kriminellen.“

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