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Mehr als 130.000 Asylbewerber in Deutschland verschwunden

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Mehr als 130.000 Asylbewerber in Deutschland verschwunden
In Deutschland sind mehr als 130.000 Asylbewerber verschwunden. (Screenshot: YouTube/Tagesspiegel)
Mehr als 130.000 Asylbewerber in Deutschland verschwunden
In Deutschland sind im letzten Jahr mehr als 130.000 Asylbewerber verschwunden. (Screenshot: YouTube/Tagesspiegel)

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland etwa 1,1 Millionen Migranten mit dem sogenannten Easy-System erfasst. Doch mehr als 130.000 von ihnen sind gar nicht in der Unterkunft ankommen, die ihnen zugewiesen wurde. Niemand weiß, wo sie sich aufhalten.

Rund 13 Prozent der Asylbewerber, die im vergangenen Jahr in Deutschland registriert wurden, sind nicht bei der für sie zuständigen Aufnahmeeinrichtung angekommen. Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt.

Als mögliche Gründe für das Verschwinden von 130.000 Migranten in Deutschland nennt das Bundesinnenministerium von Thomas de Maizière unter anderem das Weiterreisen in andere Länder und das „Untertauchen in die Illegalität“.

Aus der Antwort des Innenministeriums geht außerdem hervor, dass die deutschen Behörden nur noch bei jedem zehnten Asylbewerber die Anfrage an einen anderen EU-Staat stellen, dass er den Migranten wieder zurückzunimmt. Im Jahr 2014 war dies noch bei jedem fünften Asylbewerber der Fall gewesen.

Es lohnt offenbar auch nicht, solche Übernahme-Ersuchen an andere EU-Staaten zu stellen. Im vergangenen Jahr stellte Deutschland fast 45.000 solche Übernahmeersuchen, doch nur 3.600 davon wurden vollzogen. Zugleich schickten umgekehrt andere EU-Staaten mehr als 3.000 Asylbewerber in die Bundesrepublik.

Laut dem Dublin-System der EU ist eigentlich derjenige Mitgliedsstaat für den Asylbewerber verantwortlich, in dem dieser erstmals nachweislich den Boden der EU betreten hat. Doch in der Asylkrise gelten Regeln offenbar nichts mehr. Ungarns Premier Victor Orban spricht in diesem Zusammenhang von einer „Kultur des Vertragsbruchs“ in der EU-Führung.

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Thomas Breithaupt

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