Reportage
Heiko Maas eröffnet CSD-Wochenende „Cologne Pride“
Cologne Pride: Bundesjustizminister Heiko Maas hat in Köln das Christopher-Street-Day-Wochenende eröffnet. „In diesem Jahr gibt es wirklich genug zu feiern“, sagte er. Die Homo-Ehe sei nirgends mehr aufzuhalten.

Am Freitagabend hat Bundesjustizminister Heiko Maas auf dem Heumarkt in Köln das Christopher-Street-Day-Wochenende „Cologne Pride“ eröffnet, für das er die Schirmherrschaft übernommen hatte.
Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Homo-Ehe wies der SPD-Politiker in seiner Rede zurück. „Das Grundgesetz ist kein Grund, gegen die Ehe für alle zu sein“, zitiert ihn der Kölner Stadt-Anzeiger. Die Homo-Ehe werde „nicht aufzuhalten sein, wie und wo auch immer“.
Nach Ansicht von Heiko Maas gibt es „in diesem Jahr wirklich genug zu feiern“. Neben der Homo-Ehe sei es ebenso ein Fortschritt, dass der Bundestag vor kurzem alle in der Bundesrepublik nach Paragraph 175 verurteilten Homosexuellen rehabilitiert hat. Zudem erhalten sie eine Entschädigung.
„Nie wieder Diskriminierung, und zwar nirgendwo“, sagte der Bundesjustizminister. Er wünsche sich, dass der CSD auch in Städten wie Moskau, St. Petersburg, Ankara, Istanbul und Warschau so frei gefeiert werden kann wie in Köln.
Der Kölner Lesben- und Schwulentag hat den CSD in diesem Jahr unter das Motto „Nie wieder!“ gestellt. Damit will er an die Unterdrückung und Verfolgung von Homosexuellen erinnern. Zwar habe man inzwischen viel erreicht. Doch man müsse weiter um Akzeptanz in der Gesellschaft kämpfen, sagte Jens Pielhau vom Klust-Vorstand.
„Es gibt noch Diskriminierung, auch in Köln“, sagte Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD). Sie kritisierte, dass homosexuelle Flüchtlinge in Asylantenheimen in Deutschland von den Mitbewohnern erneut diskriminiert werden.
Höhepunkt des Cologne Pride ist die Parade am Sonntag um 12 Uhr auf der Deutzer Brücke. Aus Sicherheitsgründen gilt für Lastwagen mit einem Gewicht über 7,5 Tonnen am Sonntag von 0 bis 22 Uhr ein Fahrverbot in der Innenstadt.


