Reportage
Erdogan: „Habt fünf Kinder! Ihr seid Europas Zukunft“
Erdogan hat die Türkinnen in Europa dazu aufgefordert, fünf Kinder zu bekommen. Eine starke Fortpflanzung sei die beste Antwort auf die Unhöflichkeit und Feindschaft, die den Türken in Europa entgegengebracht wird.

Am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt im westtürkischen Eskisehir hat Präsident Recep Tayyip Erdogan die Türken in Europa dazu aufgerufen, „fünf Kinder“ zu kriegen. Denn sie seien die Zukunft Europas.
„Schickt Eure Kinder auf die besten Schulen, lebt mit Euren Familien in den besten Vierteln, fahrt die besten Autos, lebt in den besten Häusern“, zitiert die Berliner Zeitung den türkischen Präsidenten. „Habt fünf Kinder, nicht drei. Ihr seid Europas Zukunft.“
Eine starke Fortpflanzung sei die „beste Antwort“ auf die „Unhöflichkeit“ und „Feindschaft“, die den Türken in Europa entgegengebracht werde, sagte Erdogan, der selbst Vater von vier Kindern ist.
In der Vergangenheit hatte er die türkischen Frauen bereits dazu aufgerufen, mindestens drei Kinder zu bekommen. Doch wegen der aktuellen Spannungen zwischen der Türkei und mehreren europäischen Regierungen hat Erdogan das Ziel nun auf fünf erhöht.
In seiner Rede kritisierte Erdogan am Freitag auch erneut das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach Arbeitgeber religiöse Symbole wie das Kopftuch am Arbeitsplatz verbieten dürfen.
Erdogan hatte Europa wegen dieses Urteils bereits vorgeworfen, einen „Kreuzzug“ gegen den Islam zu führen. Nun warf er dem Gericht Doppelstandards vor, weil es die jüdische Kippa angeblich weiterhin zulässt. Tatsächlich betrifft das Urteil alle religiösen Symbole.
Vor dem Referendum über eine Verfassungsänderung in der Türkei haben Deutschland und die Niederlande die Auftritte von türkischen Ministern untersagt. Daraufhin warf Erdogan den Europäern vor, Türken und andere Muslime zu diskriminieren.
Zudem sprach der türkische Präsident von „Nazi-Methoden“ und warnte vor einer Rückkehr des Faschismus. Wegen des Streits mit den Niederlanden demonstrierten wütende Türken in Rotterdam und vor der niederländischen Botschaft in Berlin.


