Reportage
Berliner Türken demonstrieren gegen die Niederlande
Am Samstagabend versammelten sich rund 300 Berliner Türken zu einer spontanen Demonstration vor der niederländischen Botschaft in Berlin. Sie protestierten gegen Auftrittsverbote türkischer Politiker in den Niederlanden.

Am Samstagabend demonstrierten wütende Türken nicht nur in Rotterdam, in Istanbul und in Ankara, sondern auch vor der niederländischen Botschaft in Berlin. Gegen 22:30 Uhr versammelten sich dort offenbar spontan rund 300 Türken.
Ab etwa 1:30 Uhr löste sich die spontane Demonstration vor der niederländischen Botschaft langsam wieder auf. Die Veranstaltung wurde von rund 80 Polizisten gesichert, verlief jedoch friedlich, wie die Polizei mitteilte.
Die Berliner Türken wollen ihren Präsidenten Erdogan im Streit mit der niederländischen Regierung unterstützen, nachdem Premier Mark Rutte türkische Wahlkampfveranstaltungen in den Niederlanden verhindert hatte.
Am Samstag verweigerte er dem türkischen Außenminister Mavlut Cavusoglu die Landeerlaubnis. Anschließend stoppte die Polizei den Konvoi der türkischen Familienministerin Sayan Kaya und hinderte sie am Betreten des Generalkonsulats in Rotterdam.
Die beiden türkischen Minister wollten bei den Türken in den Niederlanden für das geplante türkische Verfassungsreferendum werben. Denn auch Türken, die im Ausland wohnen, dürfen bei dem Referendum zwischen 27. März und 9. April mitwählen.
Als Reaktion auf die Auftrittsverbote tat die Türkei die niederländische Botschaft in Ankara und das Konsulat in Istanbul aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Auch in der Türkei demonstrierten mehr als 1.000 Menschen in Solidarität mit Erdogan.


