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Reportage

Grundschul-Eltern wollen Ganztagsbetreuung

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Deutsche Grundschul-Eltern wünschen sich von ihrer Regierung eine Ganztagsbetreuung. (Screenshot: YouTube)
Deutsche Grundschul-Eltern wünschen sich von ihrer Regierung eine Ganztagsbetreuung. (Screenshot: YouTube)

Mehr als drei Viertel der Eltern mit Grundschulkindern wünschen sich eine staatliche Ganztagsbetreuung. Laut einer Studie ist die Nachfrage nach kostenfreien Nachmittagsprogrammen deutlich höher als das Angebot.

Deutsche Grundschul-Eltern wünschen sich von ihrer Regierung eine Ganztagsbetreuung. (Screenshot: YouTube)
Drei Viertel der deutschen Grundschul-Eltern wünschen sich von ihrer Regierung eine Ganztagsbetreuung. (Screenshot: YouTube)

Heute besuchen 94 Prozent aller Kinder in Deutschland eine Kindertagesstätte. 87 Prozent nehmen sogar an einem erweiterten Halbtags- oder Ganztagsprogramm teil. Und die meisten Eltern wollen auch eine Betreuung für ihre Kinder, wenn diese in die Schule kommen.

Die Nachfrage nach einer Nachmittagsbetreuung an Grundschulen ist größer als der Bedarf. Bei den 44 Prozent aller Grundschulkinder ohne Nachmittagsbetreuung nach dem Unterricht hat ein gutes Viertel der Eltern dringenden Bedarf dafür anmeldet.

Zudem halten die Eltern von 18 Prozent der Kinder den Umfang der Nachmittagsbetreuung nicht für ausreichend. Dies zeigt eine Prognos-Studie im Auftrag des Familienministeriums von Katarina Barley (SPD). Die Studie liegt der WELT exklusiv vor.

Demnach erhalten die Eltern von 280.000 Kindern derzeit trotz Bedarf überhaupt kein Ganztagsangebot. Und bei weiteren 275.000 Kindern wünschen die Eltern ein erweitertes Angebot. Doch bezahlen wollen sie dafür offenbar nicht selbst.

Politik plant Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Denn 65 Prozent der Eltern und sogar 76 Prozent der Eltern mit Grundschulkindern halten den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder für ein besonderes Schwerpunktthema der Familienpolitik.

Und die Politik verspricht, diesen Wunsch zu erfüllen. Die SPD fordert schon länger einen Rechtsanspruch auf staatliche Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Und auch die Union hat diese Forderung inzwischen in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

„Wenn beide Elternteile arbeiten, ist es dann meistens wieder die Frau, die beruflich zurücksteckt und sich nachmittags um die Hausaufgaben kümmert“, sagte Ministerin Katarina Barley (SPD) der WELT. Der Schulerfolg hänge daher vom Elternhaus ab.

Der Berliner Sozialrechtler Johannes Münder hat in einem Gutachten für das Bundesfamilienministerium ein Konzept erarbeitet, wie man einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder umsetzen kann.

Demnach sollen Kinder vom Schuleintritt bis einschließlich der Sommerferien nach Beendigung der vierten Klasse eine Ganztagsbetreuung erhalten. Geplant sind drei Stunden pro Tag zusätzlich zur Unterrichtszeit: eine Stunde Mittag-Betreuung mit Essen und zwei Stunden „Förderungszeit“.

Dies entspricht einem Schulschluss für die ersten vier Schuljahre um 15 Uhr. Außerdem sollen Eltern aus pädagogischen, sozialen oder familiären Gründen eine zusätzliche Betreuung von bis zu drei weiteren Stunden beantragen können. Schulschluss wäre dann 18 Uhr.

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