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Reportage

„Mörder!“ – Demo gegen Abschiebung eines Afghanen

Von Thomas Breithaupt · · 2 Min. Lesezeit

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Mörder! Mörder! Demo gegen Abschiebung eines Afghanen
Mörder! Mörder! Demo gegen Abschiebung eines Afghanen

In Nürnberg haben rund 300 Personen versucht, die Abschiebung eines Afghanen zu verhindern. Die aufgebrachten vorwiegend jungen Demonstranten riefen in Richtung Polizei „Mörder! Mörder!“ und verletzten drei Polizisten.

Mörder! Mörder! Demo gegen Abschiebung eines Afghanen
Rund 300 Personen stellten sich der Abschiebung des Afghanen in den Weg. (Screenshot: YouTube)

Am Mittwochvormittag haben in Nürnberg rund 300 Personen versucht, die Abschiebung eines Afghanen zu verhindern. Um den 20-jährigen Migranten festnehmen zu können, musste die Polizei mit einem Großaufgebot und mit Hunden zu dessen Berufsschule anrücken.

Nach Angaben eines Sprechers der Nürnberger Polizei wurden dabei drei Kollegen verletzt. Es sei auch zu mehreren Festnahmen gekommen, zitiert ihn der Bayerische Rundfunk.

Laut Polizeimitteilung wurde der Afghane zunehmend aggressiv und musste unter Anwendung von Gewalt in den Dienstwagen gebracht werden. Dann versuchten Mitschüler, die Abfahrt des Polizeiwagens mit Sitzblockaden zu verhindern.

„Im Laufe der Zeit kamen immer mehr hinzu, es kamen auch viele Schaulustige und andere solidarisierte Bürger dazu“, sagt Bert Rauenbusch vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Die Polizei habe über mehrere Stunden versucht, die Spontanversammlung aufzulösen.

Doch da die Versammlungsteilnehmer trotz mehrerer Ansprachen seitens der Polizei die Straße nicht frei machten, musste die Polizei schließlich durchgreifen und die Menschen unter „Anwendung unmittelbaren Zwangs“ von der Fahrbahn entfernen.

Die Demonstranten riefen unter anderem: „Say it loud, say it clear. Refugees are welcome here“, und skandierten in Richtung Polizei: „Mörder! Mörder!“

Phasenweise waren rund 300 Protestierende vor Ort. Die Polizei bestätigt den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Nach einem Aufruf über die sozialen Netzwerke zogen dann noch rund 100 Personen vor das Nürnberger Ausländeramt und protestierten dort weiter.

Die Nürnberger SPD hat den Polizeieinsatz scharf kritisiert und die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, ihre „rücksichtslose Abschiebepraxis“ zu überdenken. Der Nürnberger SPD-Chef Thorsten Brehm sagte:

Junge Geflüchtete müssen sich in der Schule sicher fühlen können. Andernfalls werden sie aus Angst gar nicht in den Unterricht gehen. Das wäre fatal für unsere Integrationsbemühungen.

Nach Aussagen eines Lehrers hält sich der Afghane seit mehr als vier Jahren in Deutschland auf. Er sei gut integriert. Zudem sei er ein fleißiger Schüler und habe auch bereits eine Ausbildungsstelle in Aussicht gehabt.

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