Reportage
Widerstand gegen Merkels Pläne, Syrer zu Lkw-Fahrern zu machen
Angela Merkel hatte vorgeschlagen, syrische Flüchtlinge in Deutschland zu Lkw-Fahrern zu machen. Doch der Bund Deutscher Berufs-Kraftfahrer (BDBK) lehnt dies strikt ab. Nicht jeder könne einen Vierzigtonner fahren.

Der Bund Deutscher Berufs-Kraftfahrer und die Bundesvereinigung der Berufskraftfahrerverbände haben Vorschläge von Angela Merkel abgelehnt, wonach Flüchtlinge als Lkw-Fahrer arbeiten sollen. Denn Kraftfahrer würden überall in Deutschland gesucht.
Die Bundeskanzlerin hatte vorgeschlagen, dass man dazu die Umschreibung von Flüchtlings-Führerscheinen erleichtert. Sie sprach sich zudem für ein staatliches Darlehensprogramm für die Umschreibung syrischer Fahrerlaubnisse aus und forderte einen Abbau bürokratischer Hürden, um Flüchtlinge schneller in Arbeit zu bringen.
BDBK gegen einfache Umschreibung von Führerscheinen
„Wir sagen ganz klar Nein dazu“, sagte der Vorsitzende des BDBK, Wolfgang Westermann, der auch Präsident der Bundesvereinigung der Berufskraftfahrverbände ist, am Donnerstag der Passauer Neuen Presse. Denn für den Beruf des Kraftfahrers benötige man eine gründliche und qualifizierte Ausbildung.
„Man kann nicht jeden auf einen Vierzigtonner setzen und damit losfahren lassen“, sagte Wolfgang Westermann. Zwar würden Spediteure händeringend Fahrer suchen. Doch handle es sich bei Berufskraftfahrern um hochqualifizierte Kräfte mit großer Erfahrung im Straßenverkehr.
Zudem veröffentlichte das manager magazin am Freitagmorgen ein Studie, wonach bereits in zehn Jahren kaum noch Kraftfahrer benötigt werden, weil die Lkw bis dahin selbstständig fahren werden. Allerdings wurde der Bericht inzwischen ohne Angabe von Gründen wieder vom Netz genommen.



