Reportage
Araber-Bands boykottieren Pop-Kultur in Berlin
Mehrere arabische Künstler haben ihre Teilnahme am Festival Pop-Kultur in Berlin abgesagt. Sie folgen einem Boykott-Aufruf der Organisation BDS, die damit gegen die Unterstützung durch die israelische Botschaft protestieren will.

Vier arabische Bands haben ihre Teilnahme beim internationalen Festival Pop-Kultur in Berlin abgesagt. Es gehe dabei um die Künstler Abu Hajar, Emel Mathlouthi, Islam Chipsy & EEK und Hello Psychaleppo.
Grund für die Absage ist ein Israel-Boykott, hinter dem die Organisation BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) steckt. Das Festival bedauert die Absagen und bestätigt, dass die beteiligten Musiker unter massivem Druck durch eine Kampagne stehen.
Hintergrund des Boykotts sei, dass die israelische Botschaft einer von mehr als 32 Partnern ist, zitiert die B.Z. Festivalchefin Katja Lucker. Sie unterstütze Künstler mit einem Reisekostenzuschuss von 500 Euro.
Pop-Kultur distanziert sich von Israel
Das Festival werde aber nicht von Israel ko-finanziert oder ko-organisiert, sagte Katja Lucker am Donnerstag. Die Partner und Geldgeber von Pop-Kultur hätten „keinerlei Einfluss auf die programmatische Ausgestaltung des Festivals“.
Die Organisation BDS (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) ist eine internationale Bewegung, die sich für Sanktionen und einen Boykott Israels. Sie verurteilt die Politik des israelischen Staats gegenüber den Palästinensern.
Immer wenn Musiker aus dem Ausland in Israel auftreten wollen, übt BDS starken Druck aus, um sie davon abzubringen. Der Musiker Roger Waters von Pink Floyd gilt als ein Fürsprecher der Organisation.
Die Organisation BDS war in Berlin bereits Ende Juni aufgefallen, als Aktivisten bei einer Veranstaltung an der Humboldt-Universität eine Veranstaltung mit einer Knesset-Abgeordneten und einer Holocaust-Überlebenden niederbrüllten.
Pop-Kultur findet vom 23. bis zum 25. August statt. Organisiert wird das internationale Festival mit 70 Konzerten und anderen Veranstaltungen vom Musicboard. Der Berliner Senat hatte das Musicboard im Jahr 2013 eingerichtet, um die Popmusikszene in Berlin aktiv zu unterstützen.


