Reportage
Palästinenser brüllen Gespräch an der HU nieder
Die Palästinenser-Organisation BDS hat ein Podiumsgespräch an der HU Berlin massiv gestört. Mehrere Männer schrien die Knesset-Abgeordnete Aliza Lavie und die Holocaust-Überlebende Deborah Weinstein nieder.

Am Dienstag sollte an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Podiumsgespräch mit der israelischen Abgeordneten Aliza Lavie und der 82-jährigen Holocaust-Überlebenden Deborah Weinstein stattfinden.
Doch kaum hatte die Veranstaltung begonnen, da wurde das Gespräch von der palästinensischen Bewegung BDS niedergebrüllt. Die Knesset-Abgeordnete Aliza Lavie und die Holocaust-Überlebende Deborah Weinstein mussten ihr Gespräch nach wenigen Minuten abbrechen.
Ein Mann „nicht aufgehört zu brüllen“, sagte Michael Spaney von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), deren Hochschulorganisation die Veranstaltung organisiert hatte, der Berliner Zeitung. Auch das Angebot zu einer Debatte habe er abgelehnt.
פעילי BDS פוצצו אמש הרצאה של ח“כ @aliza_lavie בברלין: „את רוצחת ילדים“ pic.twitter.com/md2C5gMU2s
— יקי אדמקר (@YakiAdamker) June 21, 2017
Zwar sei der Mann schließlich aus dem Saal bugsiert worden. Doch anschließend hätten sich zwei weitere BDS-Leute ähnlich gebärdet. Für Michael Spaney ist es „unakzeptabel, wenn versucht wird, die Wissenschafts- und Redefreiheit zu verhindern.“
Die Holocaust-Überlebende Deborah Weinstein sagte: „Viele Menschen, auch solche, die nicht für uns sind, waren gekommen, hörten zu und stellten Fragen.“ Zwar seien die Zwischenfälle bedauerlich. „Aber ich habe keine Angst und werde mit dieser Arbeit weitermachen.“
BDS steht für Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen. Doch statt dieser drei friedlichen Formen des Widerstands zeigten die Palästinenser an der Humboldt-Universität ihre hässliche Fratze. Sie beließen es nicht bei einer Meinungsbekundung, sondern pöbelten, schrien herum und hinderten andere an der freien Rede.
Benjamin Steinitz von der Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus sagte, dass BDS in der Vergangenheit mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen gegriffen hat. Schon im Gründungsaufruf von 2005 werde ein Ende der „Besatzung und Kolonisation allen arabischen Landes“ gefordert.


