Reportage
Zentralrat der Juden: Flüchtlinge sollen zum KZ-Besuch
Nach Ansicht des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Josef Fischer, sollte Deutschland stärker gegen den Antisemitismus bei muslimischen Flüchtlingen vorgehen und sie im Rahmen von Integrationskursen zum KZ-Besuch verpflichten.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sollte der deutsche Staat gezielter gegen den Antisemitismus muslimischer Flüchtlinge vorgehen. In den Integrationskursen sollten antisemitische Einstellungen ein zentrales Thema sein.
Zeitlich begrenzte Integrationskurse könnten keine Wunder bewirken, sagte Josef Schuster im Interview mit der Welt am Sonntag. „Aber vielleicht ließe es sich einrichten, dass Kursteilnehmer eine KZ-Gedenkstätte oder ein jüdisches Museum besuchen.“
Viele Flüchtlinge stammten aus Staaten, in denen „Judenhass und Israelfeindlichkeit zur Staatsräson gehören“. Es sei verständlich, „dass man solche Zerrbilder, die man jahrzehntelang vorgehalten bekam, nicht einfach an der Grenze zu Deutschland vergessen kann.“
Auf dem Feld der Integration der Flüchtlinge hat die Bundesregierung nach Ansicht des Zentralratsvorsitzenden „viel und Gutes“ geleistet. Eine vollständige Integration dauere aber eine oder sogar zwei Generationen.
In der Vergangenheit hatte Josef Schuster schon häufiger vor einem wachsenden Antisemitismus durch die Einwanderung muslimischer Flüchtlinge gewarnt. Die größte Gefahr für die deutschen Juden sieht er jedoch im Erstarken der AfD.
Zwar machten die Rechtspopulisten derzeit lediglich Stimmung gegen Muslime und gegen die Eliten, sagte der Zentralratschef. Doch davon dürften sich die Juden in Deutschland nicht blenden lassen. Denn früher oder später seien dann auch sie dran.


