Reportage
Vater des Opfers: „In was für einem Staat leben wir?“
Der mutmaßliche Mörder von Maria Ladenburger hatte bereits in Griechenland eine junge Studentin schwer verletzt. Doch die griechischen Behörden ließen ihn nach anderthalb Jahren laufen. Pantelis Chaidos, der Vater des griechischen Opfers, ist fassungslos.

Der mutmaßliche Vergewaltiger und Mörder von Maria Ladenburger hat bereits in Griechenland als Gewalttäter verurteilt worden. Hussein Khavari versuchte im Jahr 2013 auf der Insel Korfu eine junge Griechin zu berauben. Dann warf er sie eine Steilküste hinunter. Die heute 23-jährige Frau wurde dabei schwer verletzt und überlebte nur knapp.
Für diese Gewalttat wurde Hussein Khavari zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Doch die Griechen ließen ihn schon nach anderthalb Jahren wieder frei, sodass er im November 2015 nach Deutschland weiterziehen konnte. Der Vater des griechischen Opfers ist über das Vorgehen der Behörden fassungslos.
„Meine Tochter leidet heute noch unter Schmerzen und Alpträumen“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Pantelis Chaidos, den Vater der jungen Griechin. „Ich kann nicht glauben, dass sie ihn freigelassen haben, damit er tötet. In was für einem Staat leben wir?“ Seine Familie habe angenommen, dass der Täter sich weiterhin in Haft befindet.
„Zehn Jahre hatte er bekommen, und das war noch wenig für das, was er uns angetan hat.“ Seine Tochter müsse immer noch Operationen über sich ergehen lassen, die nächste in den kommenden Tagen. Wenn er an die trauernden Eltern des deutschen Mordopfers Maria Ladenburger denke, dann werde er verrückt.


