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Reportage

Studie: Oxytocin wirkt gegen Fremdenfeindlichkeit

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

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Laut einer aktuellen Studie wirkt das Hormon Oxytocin messbar gegen Fremdenfeindlichkeit.
Laut einer aktuellen Studie wirkt das Hormon Oxytocin messbar gegen Fremdenfeindlichkeit.

Forscher aus Deutschland und den USA haben gezeigt, dass man Xenophobie und Nationalismus mit dem Hormon Oxytocin deutlich verringern kann. Die Testpersonen erhielten ein Nasenspray und wurden messbar toleranter.

Laut einer aktuellen Studie wirkt das Hormon Oxytocin messbar gegen Fremdenfeindlichkeit.
Laut einer aktuellen Studie wirkt das Hormon Oxytocin messbar gegen Fremdenfeindlichkeit.

Eine Gruppe von Forschern aus Deutschland und den USA hat eine Studie zur Wirkung des Hormons Oxytocin veröffentlicht. Sie kommen darin zu dem Schluss, dass man Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus heilen kann, indem man die Bevölkerung mit großen Mengen Oxytocin behandelt.

Den Forschern zufolge hat das mit Östrogen verwandte Hormon die Wirkung, dass die Bürger toleranter und selbstloser im Hinblick auf Migranten werden. Über Probleme wie die Belastung des Sozialstaats und die Zunahme von Kriminalität und Terrorismus würden die Menschen dann eher hinwegsehen. In der Studie heißt es:

Der Umgang mit dem großen Zustrom von Migranten stellt nicht nur die humanitären Kapazitäten der europäischen Staaten vor eine Herausforderung, sondern setzt auch voraus, dass die eingeborenen Bevölkerungen sich an den schnellen Anstieg der ethnischen Vielfalt, des religiösen Pluralismus und der kulturellen Ausdifferenzierung anpassen müssen. […]

Der Widerstand gegen diese Umformung wird oftmals von fremdenfeindlichen Stimmungen begleitet, und in der Folge haben bei Wahlen in der letzten Zeit populistische Kandidaten Anklang gefunden, die offen xenophobe Einstellung im Hinblick auf Flüchtlinge zum Ausdruck gebracht haben.

In einer verwandten Studie hatte Mitautor Professor Dr. Dr. René Hurlemann bereits gesagt: „Unter den richtigen Umständen, kann Oxytocin dabei helfen, die Akzeptanz und Integration von Migranten in die westlichen Kulturen voranzutreiben.“ Hurlemann ist Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn.

Oxytocin wird auch als Liebeshormon bezeichnet. Es wird von der Hirnanhangdrüse etwa beim Sex, bei der Geburt und beim Stillen ausgestoßen und beeinflusst das soziale Verhalten und die Emotionen. Es fördert die romantische Bindung und die Empathie und bewirkt Gefühle wie Entspannung, Vertrauen und psychische Stabilität.

So veränderte Oxytocin die Studienteilnehmer

Die Messungen im Rahmen der Studie zeigten, dass eine Verbindung von Oxytocin-Nasenspray und sozialem Druck anderer fremdenfeindlicher mit Oxytocin behandelter Testpersonen deutliche Auswirkungen hat. Die durchschnittlichen Spenden an Migranten stiegen nach der Behandlung im Schnitt von 1,79 Euro auf 3,11 Euro. Das ist ein Anstieg um 74 Prozent.

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine mit Oxytocin erzwungene soziale Normeneinhaltung dabei helfen kann, zu einer allgemeineren Akzeptanz für ethnische Vielfalt, religiöse Vielfalt und kulturelle Ausdifferenzierung zu motivieren, die aus der Migration resultiert. […]

Zudem hat die UNESCO auf die Wichtigkeit hingewiesen, neurobiologisch fundierte Strategien zur Reduzierung fremdenfeindlichen, feindseligen und diskriminierenden Verhaltens zu entwickeln.

Daher können mit Oxytocin erzwungene normative Anreize bei der Entwicklung künftiger Eingriffe und politischer Programme zur Reduzierung der Ablehnung von anderen ein wichtiger Schritt dazu sein, das Prinzip der sozialen Inklusion zu einer täglichen Realität in unseren Gesellschaften zu machen.

Eine mögliche Anwendung des Hormons Oxytocin in anderen Staaten als den westlichen wurde in der Studie nicht untersucht. Auch eine ja ebenfalls denkbare Anwendung des Hormons bei Migranten in ihrer neuen Heimat war für die Forscher nicht von Interesse.

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