Reportage
Deutscher Städtebund will Flüchtlinge als Polizisten
Der Deutsche Städtebund fordert, dass Flüchtlinge als Polizisten eingesetzt werden. Sie könnten Konflikte zwischen Flüchtlingen möglicherweise besser lösen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Gerd Landsberg, will den Anteil der mehr Migranten im öffentlichen Dienst erhöhen. Ein Flüchtlingsmanager „mit eigener Fluchterfahrung“ sei für eine solche Aufgabe besonders gut geeignet.
Flüchtlinge seien sogar für den Polizeidienst geeignet. „Auch ein Polizist mit Migrationshintergrund hat es möglicherweise bei Konflikten zwischen Flüchtlingen leichter, diese Konflikte zu lösen“, sagte Gerd Landsberg im Interview mit der Welt.
Flüchtlinge als Polizisten?
Auch die Unionsfraktion im Bundestag hegt ähnliche Gedanken. „Natürlich soll die Polizei ein Spiegelbild der Gesellschaft sein“, sagte der Großstadtbeauftragte Kai Wegner (CDU). Polizisten mit Migrationserfahrung und interkulturellen Kompetenzen seien wünschenswert.
Allerdings sollten Polizisten nach Ansicht der Union die deutsche Staatsbürgerschaft haben und die deutsche Sprache beherrschen. Zudem sollten sie sich klar zur deutschen Rechtsordnung bekennen.
Gerd Landsberg fordert Absenken von Standards
In dem Interview forderte der Städtebund-Chef zudem mehr Wohnungsneubau. „Wir brauchen 2016 und in den folgenden Jahren rund 400.000 Wohnungen. Das schaffen wir nur, wenn wir die bisherigen bürokratischen Hürden weiter absenken.“
Das Bauen müsse billiger werden und dürfe nicht mehr als 1.500 Euro pro Quadratmeter kosten. „Wir müssen noch viel mehr scheinbar unverrückbare Standards absenken“, sagte Gerd Landsberg, zum Beispiel die Energieeinsparverordnung.
Mehr Geld für Flüchtlingsbildung
„Wir rechnen durch die hohe Flüchtlingszahl mit 300.000 zusätzlichen Schulkindern und rund 100.000 zusätzlichen Kita-Kindern“, sagt Gerd Landsberg. Gebraucht würden mehr Gebäude, mehr Personal und mehr Busse und Bahnen für den Schulweg.


