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SPD und Grüne fordern mehr Fremdsprachen an Schulen

Von Thomas Breithaupt · · 4 Min. Lesezeit

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SPD Grüne Niedersachsen Fremdsprachen Schulen
Nach dem Willen von SPD und Grünen soll das Fremdsprachen-Angebot an den Schulen in Niedersachsen bunter werden.

SPD und Grüne in Niedersachsen fordern, dass Fremdsprachen wie Arabisch und Farsi in allen Schulformen Zeugnisrelevanz erhalten und Abiturprüfungsfächer werden. Dies helfe den Migrantenkindern beim Deutschlernen und auch gegen Alzheimer.

SPD Grüne Niedersachsen Fremdsprachen Schulen
Nach dem Willen von SPD und Grünen soll das Fremdsprachen-Angebot an den Schulen in Niedersachsen bunter werden.

SPD und Grüne in Niedersachsen wollen das Fremdsprachenangebot an Schulen kräftig ausbauen. Laut einem Entschließungsantrag der beiden Landtagsfraktionen sollen auch Sprachen wie Arabisch, Türkisch und Farsi an Niedersachsens Schulen ab Klassenstufe 5 die Regel werden.

Herkunftssprachen von Migranten sollten „in allen Schulformen im Sekundarbereich I und II Zeugnisrelevanz erhalten“ und als „Abiturprüfungsfach aufgebaut und gefördert werden“, zitiert die Welt aus dem Papier.

Die Landesregierung solle die „Voraussetzungen dafür weiterentwickeln, dass in allen Schulformen die Einführung von Türkisch, Dari/Farsi, Italienisch, Russisch, Arabisch und Polnisch als zweite und dritte Fremdsprache gefördert und schrittweise die dafür notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden“ kann.

Auch die Einrichtung zweisprachiger Kindertagesstätten sei eine gute Möglichkeit, den „Erwerb der sogenannten Herkunftssprache“ zu fördern. Die Mehrsprachigkeit von Zuwanderern sei ein Potenzial, das man von Beginn an fördern müsse.

Muttersprache hilft Migrantenkindern beim Deutschlernen

Am Mittwoch stand das Thema auf der Tagesordnung des niedersächsischen Landtags. Der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Heiner Scholing, sagte, dass SPD und Grüne keine arabischsprachigen Kitas wollten.

Zudem werde die Förderung der Herkunftssprache nicht zu Lasten der Deutschförderung gehen, so Heiner Scholing. Ganz im Gegenteil helfe das korrekte Erlernen der Muttersprache den Migrantenkindern auch beim Erwerb der deutschen Sprache. Es sei somit eine grundsätzliche Voraussetzung für eine gelingende Integration.

SPD und Grüne wollten lediglich die „Hierarchie“ der zu unterrichtenden Fremdsprachen „unterhalb des Englischen“ in Frage stellen, so der schulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion weiter. Das heißt, Türkisch, Arabisch, Farsi sollen an den niedersächsischen Schulen künftig auf Augenhöhe mit Französisch und Spanisch stehen.

Fremdsprachen im Kampf gegen Alzheimer

Die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Karin Logemann pflichtete ihrem grünen Kollegen bei. Sie wies im Landtag auf den wissenschaftlich erwiesenen kognitiven Nutzen der Zweisprachigkeit hin. So gebe es etwa einen Zusammenhang zwischen dem Spracherwerb und einer verringerten Alzheimergefahr.

Die CDU-Abgeordneten hingegen erteilen der erweiterten Förderung der Mehrsprachigkeit für Migrantenkinder eine Absage. Zwar hatte ihr schulpolitischer Sprecher, Kai Seefried, in einer ersten Stellungnahme am Wochenanfang noch von einer „richtigen Zielsetzung“ gesprochen. Doch am Mittwoch im Landtag kam von den Christdemokraten vor allem Kritik.

Die bisher in dieser Angelegenheit in Niedersachsen getroffenen Maßnahmen reichten völlig aus, sagte der Christdemokrat Clemens Lammerskitten. Eine weitere besondere Förderung der Herkunftssprache sei nicht nötig.

Die Herkunftssprachen der Migrantenkinder dürften nicht zu „Schulhofsprachen“ werden. Die CDU wolle auch keine Kitas, in denen „offiziell Arabisch gesprochen“ wird. Daher werde man dem Entschließungsantrag der Landtagsfraktionen von SPD und Grünen nicht zustimmen.

Rot-grüne Regierung gegen die eigenen Fraktionen

Tatsächlich hat der Antrag zumindest vor der Landtagswahl im Januar 2018 kaum Aussicht auf Erfolg. Denn nicht nur die CDU, sondern sogar die eigene rot-grüne Landesregierung hat durchblicken lassen, dass sie den Antrag ihrer beiden Landtagsfraktionen sehr kritisch sieht.

Zwar sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), dass der Antrag von SPD und Grünen „in die richtige Richtung“ führe und dass man eine Erweiterung des Fremdsprachenangebots sorgfältig prüfen werde. Doch dabei stehe wenn überhaupt „Türkisch ganz oben an“. Ob Arabisch berücksichtigt werden könne, müsse man erst einmal überlegen.

In der Schriftfassung ihre Rede weist Frauke Heiligenstadt zudem darauf hin, dass „die Pflege der jeweiligen Herkunftssprache als Familiensprache vor allem Aufgabe der Eltern“ sei. Kein Schulsystem könne alle Herkunftssprachen berücksichtigen. Niedersachsens bisheriges Fremdsprachenangebot habe sich bewährt und solle nicht grundsätzlich infrage gestellt werden.

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Thomas Breithaupt

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