Reportage
Wagenknecht will mit Schulz Hartz IV korrigieren
Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, zeigt sich offen für eine Koalition mit der SPD. Die von Martin Schulz angekündigten Korrekturen an Hartz IV seien aber nur möglich, wenn die Linke stark wird.

Laut der aktuellen Wahlumfrage von Infratest-Dimap ist die SPD wieder die stärkste Partei in Deutschland – erstmals seit mehr als zehn Jahren. Die Sozialdemokraten haben derzeit 32 Prozent, die Union nur 31 Prozent. Und auch beim Emnid-Institut führt die SPD. Bei Forsa und Allensbach hingegen liegen CDU/CSU vorn.
Bei INSA zeigte sich in der letzten Woche sogar erstmals wieder eine Mehrheit für Rot-Rot-Grün. Zwar liegen dort inzwischen SPD, Linke und Grüne wieder knapp hinter Union, AfD und FDP. Doch in jedem Fall ist damit zu rechnen, dass es bei der Bundestagswahl für eine R2G-Regierung reichen wird.
Die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, zeigt sich offen für eine Koalition mit der SPD. Sie begrüßt das Eingeständnis des designierten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, dass Hartz IV und die Agenda 2010 ein Fehler gewesen seien und korrigiert werden müssten.
„Wenn die SPD ernsthaft eine sozialere Politik verfolgen will, wird es an uns garantiert nicht scheitern“, sagte Sahra Wagenknecht dem Spiegel. Wenn eine Wiederherstellung des Sozialstaats und eine friedliche Außenpolitik erreichbar seien, dann halte sie eine Mitte-Links-Koalition für möglich.
Nach Ansicht der Fraktionschefin und Spitzenkandidatin der Linken wünschen sich viele Menschen einen Wechsel. Davon profitiere derzeit der SPD-Kanzlerkandidat. „Martin Schulz ist zur Projektionsfläche von Hoffnungen geworden. Ob er seine sozialen Versprechen einlöst, wird aber nicht zuletzt davon abhängen, wie stark die Linke wird.“


