Berlin Journal

Magazin · Berlin

Reportage

Neuer Konkurrent in Rio: Flüchtlingsteam kämpft mit ums Gold

Von Thomas Breithaupt · · 3 Min. Lesezeit

Teilen: X · E-Mail

Mardini ist im Flüchtlingsteam und kämpft mit ums Gold in Rio. (Foto: Screenshot, Youtube)
Mardini ist im Flüchtlingsteam und kämpft mit ums Gold in Rio. (Foto: Screenshot, Youtube)

Über 65 Millionen Menschen wurden im vergangenen Jahr aus ihrer Heimat vertrieben. Nächsten Monat werden 10 heimatlose Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio mit antreten. Das Flüchtlingsteam wird nicht nur Bewusstsein über die weltweite Krise, sondern auch das heißbegehrte Gold anstreben.

Mardini ist im Flüchtlingsteam und kämpft mit ums Gold in Rio. (Foto: Screenshot, Youtube)
Mardini ist im Flüchtlingsteam und kämpft mit ums Gold in Rio. (Foto: Screenshot, Youtube)

Das erste Flüchtlingsteam

Am 5. August 2016 wird zum ersten Mal in der Geschichte ein Team aus heimatlosen Flüchtlingen bei Olympia die Eröffnungszeremonie mit eröffnen. Als zweitletztes Team, direkt bevor dem Gastgeber Brasilien, wird sich das Flüchtlingsteam unter keiner Länder-, sondern einer Olympiaflagge präsentieren.

Sechs Männer und und vier Frauen wurden von dem Komitee zugelassen. Dabei sind Schwimmer aus Syrien, Judosportler aus dem Kongo und Läufer aus dem Süd Sudan und Ethiopien. Die Sportler selbst konnten ihr Glück nicht fassen und trainieren seither hart, um der internationalen Konkurrenz die Stirn zu bieten, schreibt timesofisrael.

Die Geschichte aller Sportler ist mit Narben geprägt. Sie kommen aus Kriegsgebieten, haben Liebende verloren und mussten sich lange Zeit in Flüchlingsunterkünften zurechtfinden. Sie wollen das beste aus der ihr gegebenen Möglichkeit machen.

Im offiziellen Statement von Olympia heißt es, dass geflüchtete Athleten, trotz unvorstellbarer Bürden, mit ihrem Talent Stärke zeigen können.

Die Olympic Solidarity Association finanziert und unterstützt das Flüchtlingsteam in ihrem Wettkampf. Es wurde außerdem klargestellt, dass alle Mitglieder in diesem Team gezwungen waren ihr Land zu verlassen, und Asyl in einem anderen zu ersuchen.

Mabika zum Beispiel: sie entfloh mit vielen anderen dem Bürgerkrieg in Bukasa und flüchtete nach Brasilien. Schwimmer Rami Anis und Yusra Mardini suchten Schutz in Deutschland und Belgien, nachdem der Krieg in Syrien lebensbedrohlich wurde. Keiner der Sportler hatte bisher die Möglichkeit, in ihr Land zurückzukehren.

Im Moment stecken alle im Endspurt. Die Athleten im Flüchtlingsteam werden von Top Coaches professionell trainiert und erwarten viel von den Olympischen Sommerspielen 2016. Als Spitzensportler sind ihre Erwartungen genauso hoch wie die von deutschen oder französischen Talenten.

Nicht nur Talent, sonder auch Heldentum bewies die 18jährige Mardini auf ihrer Flucht nach Europa. Sie flüchtete aus Damaskus und hat ihre Fähigkeiten im Wasser benutzt, um ein Boot voller Flüchtlinge in Richtung Griechenland zu manövrieren. Sie und ihre Schwester steuerten ein Boot mit 20 Personen von einem Strand der Türkei in Richtung Griechenland, und damit in Richtung Sicherheit. Hätten sie das nicht gemacht, wäre das vollgepackte Boot an der Küste gestrandet.

Comments

comments

Berlin · 2016 · Bewusstsein · Brasilien · Flüchtlinge · Flüchtlingsteam · Gold · Krieg · Medaille · Olympia · olympische Spiele · Politik · Rio · Silber · Sommerspiele · Spiele · Sport · Syrien · Team

Weiterlesen

Alle Beiträge →

Newsletter

Berlin und die Wirtschaft in einem Brief

Die wichtigsten Geschichten aus Berlin, Deutschland und der Wirtschaftswelt — kompakt im Postfach.

Jederzeit abbestellbar. Kein Spam.