Reportage
Putin: Wir werden nicht auf Obamas Niveau absinken
Nachdem US-Präsident Obama wegen angeblicher Hacker-Angriffe 35 russische Diplomaten des Landes verwiesen hat, setzt Putin auf Deeskalation. Russland weigere sich auf dieses Niveau abzusinken und werde keine Diplomaten ausweisen.

UPDATE: Donald Trump hatte von Anfang an kritisiert, dass Obama auf Konfrontation mit Russland geht und 35 Diplomaten ausgewiesen hat. Und nun hat der künftige US-Präsident auch auf Putins Entscheidung reagiert, keine Vergeltung zu üben. Über Twitter sagte Trump: „Großartiger Schritt zu warten (von W. Putin) – ich wusste immer, dass er sehr klug ist!“
Die amerikanischen Medien geben sich schockiert, dass der kommende US-Präsident den russischen Präsidenten „sehr klug“ nennt, während der noch amtierende Präsident Barack Obama ihn gerade wegen angeblichen kriminellen Eingreifens in die US-Wahlen mit Sanktionen belegt hat.
Great move on delay (by V. Putin) – I always knew he was very smart!
— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) December 30, 2016
Am Donnerstag hatte der scheidende US-Präsident Barack Obama per Dekret 35 russische Diplomaten des Landes verwiesen. Er begründete dies damit, dass Russland angeblich mit Hacker-Angriffen den amerikanischen Wahlkampf beeinflusst hat. Für diese Vorwürfe gibt es jedoch noch immer keinerlei Beweise.
Im Anschluss an die Maßnahmen der USA gab es nun zunächst Medienberichte, wonach Russlands Außenminister Sergei Lawrow seinem Präsidenten Wladimir Putin Vergeltungsmaßnahmen empfiehlt. Der Minister sagte: „Wir können solche Maßnahmen nicht unbeantwortet lassen. Gegenseitigkeit gehört zum diplomatischen Gesetz.“
Zudem sagte Putin-Sprecher Dmitri Peskow, es gebe „keinen Zweifel, dass umgedreht uach Russlands angemessene und gespiegelte Antwort für die Beamten in Washington sehr unangenehm sein wird“. Doch das letzte Wort in der Angelegenheit sollte Wladimir Putin selbst sprechen.
Am Freitagmorgen stoppte Russlands Präsident eine Eskalation des Konflikts und zeigte sich versöhnlich. In einer Mitteilung des Kremls sagte er, dass Russland anders als erwartet keine Amerikaner ausweisen wird. Sein Land werde US-Diplomaten keine Schwierigkeiten bereiten oder jemand deportieren.
Putin fügte hinzu, dass Russland zwar ein Recht auf eine entsprechende Vergeltung habe. Doch sein Land werde keine unverantwortliche Diplomatie betreiben. „Es ist schade, dass die aktuelle US-Regierung ihre Arbeit auf diese Arbeit beendet.“ Russland weigere sich, auf dieses Niveau unverantwortlicher Küchen-Diplomatie abzusinken“.
Putin weiter: „Wir werden weitere Schritte unternehmen, um die russisch-amerikanischen Beziehungen wiederherzustellen, basierend auf den Maßnahmen, welche die Regierung des gewählten Präsidenten Donald Trump einleitet.“ Die Mitteilung mit guten Wünschen zu Neujahr für Donald Trump und das amerikanischen Volk.


